Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Vor der anstehenden Berichtssaison haben am Montag erneut Inflationssorgen die Stimmung an den US-Börsen getrübt. Die wichtigsten Indizes gaben anfängliche Gewinne preis und schlossen im Minus. Der Index der Standardwerte Dow Jones Industrial gab 0,7% auf 34’496 Punkte ab, der breitere S&P 500 verlor im selben Ausmass und beendete den Tag bei 4361 Punkten, der technologielastige Nasdaq Composite bei 14’486 Punkten (–0,6%).

Obschon insgesamt starke Unternehmenszahlen für das dritte Quartal erwartet werden, könnten steigende Energiepreise und Lieferengpässe den Ausblick trüben, so die Befürchtung. Die steigenden Energiepreise gaben hingegen Werten aus diesem Sektor Auftrieb. Öl der Sorte WTI stieg zeitweise um mehr als 3% auf 82.18 $ je Barrel. Das ist der höchste Stand seit Ende 2014. Auch Kohle (Kohle 229.10 -1.1%) und Industriemetalle zogen an.

Öldienstleister wie Schlumberger (+2,5%) und Halliburton (+3%) waren gefragt. Die Aktien der Bank JPMorgan, die am Mittwoch als erste US-Bank die Zahlen für das dritte Quartal offenlegt, sowie Goldman Sachs gehörten hingegen mit Verlusten von je rund 2% zu den grössten Verlierern im Dow-Jones-Index. Southwest Airlines (–4,2%) waren unter Druck, nachdem die Fluggesellschaft erneut massenhaft Flüge wegen schlechter Wetterbedingungen und fehlenden Personals gestrichen hatte.

Asien

In Asien waren die Verluste getrieben durch Abgaben in Technologiewerten. Zusätzlich zu Inflationssorgen belasteten auch die Schuldenkrise beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande und Befürchtungen weiterer Eingriffe der Regierung in die Privatwirtschaft weiter. Der Nikkei 225 stand bei –0,8%, der breitere japanische Topix bei –0,6%. In China verlor der Shanghai Composite 1,5%, der CSI 300 1,1%. In Hongkong notierte der Hang Seng 1% tiefer.

Auch in Korea ging es abwärts. Der Kospi rutschte um 1,2% nach unten. Der von mehreren Bergbaukonzernen gestützte australische All Ordinaries hielt sich mit einem Minus von 0,3% von den grösseren asiatisch-pazifischen Handelsplätzen noch am besten.

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News Vorbörse Schweiz

Givaudan: Beim Aroma- und Riechstoffhersteller Givaudan (GIVN 4'221.00 -0.14%) hat sich das organische Wachstum im dritten Quartal leicht verlangsamt, es lag aber mit +7,4% immer noch oberhalb der Mittelfristziele. Treiber war das Segment Riechstoffe & Schönheit. Der Fünfjahresplan wurde bestätigt. Zudem übernehmen die Genfer DDW, The Color House, einen Hersteller von Naturfarbstoffen in den USA. Der Umsatzbeitrag hätte 2020 auf Pro-forma-Basis 140 Mio. $ betragen. Die Transaktion soll aus Fremdmitteln finanziert werden. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 360.25 +0.87%) hat bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA einen Zulassungsantrag für die Covid-19-Therapie Ronapreve (Casirivimab und Imdevimab) eingereicht. Mit einem Bescheid ist innerhalb von zwei Monaten zu rechnen.

Lonza: Der Pharmazulieferer Lonza (LONN 721.80 +0.36%) hat sich an seinem Kapitalmarkttag neue Ziele gesetzt. Bis 2024 wird ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerbereich in Lokalwährungen angestrebt, ebenso wie eine Betriebsgewinnmarge (Ebitda) zwischen 33 und 35%. Ausserdem will Lonza eine Kapitalrendite (ROIC) im zweistelligen Bereich erreichen. Die erhöhten Investitionen werden die Aktionäre bei der Ausschüttung zu spüren bekommen. (Lesen Sie hier mehr.)

Partnes Group: Der Investmentspezialist Partners Group (PGHN 1'522.50 +0.23%) verkauft einen 25%-Anteil am französischen Immobilienverwalter Foncia an die Private-Equity-Firma TA Associates. Foncia dürfte 2021 einen Umsatz von 1,25 Mrd. € erzielen.

Stadler Rail: Der Zugbauer Stadler Rail (SRAIL 39.94 -0.2%) hat mit der staatlichen neuseeländischen KiwiRail einen langfristigen Rahmenvertrag für 57 Streckenlokomotiven unterzeichnet. Der Auftragswert der Erstbestellung beläuft sich auf rund 228 Mio. €.

Vifor Pharma: Beim Pharmaunternehmen Vifor Pharma (VIFN 124.00 -1.04%) kommt es zu Veränderungen in der Geschäftsleitung. Lee Heeson, Präsident International, und Gregory Oakes, Präsident Nordamerika, gehen aus persönlichen Gründen. Gleichzeitig stösst Molly Painter als Präsidentin für die USA dazu.

Carlo Gavazzi: Die Elektrotechnikgruppe Carlo Gavazzi (GAV 255.00 +0.39%) rechnet mit höherem Umsatz und Gewinn im Halbjahr (per Ende September). Die Nachfrage sei sehr dynamisch, und die Kosten seien aufgrund von Pandemieeffekten immer noch tief, teilte das Unternehmen mit. (Lesen Sie hier mehr.)

Ascom: Der Kommunikationsausrüster Ascom (ASCN 14.78 -0.14%) hat einen Auftrag im Wert von mehreren Millionen US-Dollar für ein Krankenschwesternrufprojekt in einem Krankenhaus im chinesischen Macao gewonnen.

Ypsomed: Das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed (YPSN 152.80 -0.39%) lanciert mit dem YpsoMate On einen Autoinjektor für vorgefüllte Spritzen mit integrierter Konnektivität mit Smartphones.

Orascom: Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber Orascom (ODHN 11.30 +0.89%) DH hat im laufenden Jahr bislang deutlich mehr Immobilien verkauft als im Vorjahr. Auch das Hotelgeschäft in Ägypten zeigt seit Mitte Jahr eine Erholungstendenz. (Lesen Sie hier mehr.)

Swiss Prime Site: Die zum Immobilienkonzern SPS gehörende Swiss Prime Site (SPSN 93.85 +0.86%) Solutions legt ihren ersten Immobilienanlagefonds auf.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 12.10.2021

Wichtige Ereignisse
vom 12.10.2021

Schweiz
06:30   Givaudan: Umsatz 9 Mte
08:00   EFV/SNB: Eidgenössische Anleihe - Ankündigung
17:40   Flughafen Zürich: Verkehrszahlen September 2021
Sonstige Termine
Dormakaba: GV
Lonza: Capital Markets Day
International
07:00 DEU Gerresheimer, Q3-Zahlen (10.00 h Call)
08:00 GBR Easyjet Pre-Close Trading Update
18:00 FRA LVMH, Q3-Umsatz
Termine Konjunktur
08:00 GBR Arbeitsmarktdaten 09/21
08:00 DEU Grosshandelspreise 09/21
08:00 DEU Insolvenzen 07/21
11:00 DEU ZEW-Index 10/21
12:00 FRA OECD Frühindikator 09/21
12:00 USA Institute of International Finance (IIF) Fortsetzung Jahrestagung
(bis 15.10.) unter anderem mit EZB-Bankenaufsichtschef Enria,
EZB-Ratsmitglied Knot und Fed-Vize-Chairman Clarida
15:00 USA Neue IWF-Konjunkturprognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft
16:30 USA Online-Pk zum Global Financial Stability Report
- Sonstige Termine
09:15 DEU Verhandlung am Landgericht Düsseldorf zum Streit um
Sturmgewehr-Grossauftrag der Bundesregierung
11:00 DEU Besuch des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella
+ 10.00 Begrüssung Mattarellas durch Bundeskanzlerin Angela Merkel
USA: Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (bis 17.10.)
EUR: Treffen der EU-Agrar- und Fischereiminister
DEU: Fortsetzung ITS-Weltkongress für Mobilität und Logistik
19:00 DEU Eröffnung des 25. Internationalen Jahreskongresses der
Automobilindustrie. Das Thema lautet "Revolution in der Autowelt:
Neue Ideen - Neue Mobilität - Neue Wege". Dazu wird Ministerpräsident
Michael Kretschmer (CDU) ein Grusswort sprechen.
ITA: Virtueller G20-Sondergipfel zur Krise in Afghanistan
EUR: EU-Ukraine-Gipfel - Kiew fordert von Brüssel eine Beitrittsperspektive und
vor allem mehr Hilfe in der Konfrontation mit Moskau

(Quelle: AWP)

Ausblick Rohstoffe

Der Ölpreis nimmt wieder Anlauf

Der Preis für die amerikanische Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) hat am Montag erstmals seit sieben Jahren die Marke von 80 $ je Fass durchbrochen. Mit einem Fasspreis von zeitweise über 84 $ notierte die Ölsorte Brent auf einem neuen Dreijahreshoch. Von der Beruhigung der Energiemärkte vergangene Woche, als der russische Präsident Wladimir Putin höhere Gaslieferungen versprach, ist nicht mehr viel zu sehen.

Auch scheinen die Marktakteure darüber enttäuscht, dass das US-Energieministerium doch nicht wie angekündigt seine strategischen Ölreserven anzapfen will. Die Erwartung dieses neuen Angebots hatte die Ölmärkte vergangene Woche etwas besänftigt. Die Reserve umfasst 620 Mio. Fass, was ungefähr einem Monatsverbrauch der USA entspricht. Die US-Konsumenten spüren den höheren Ölpreis an der Tankstelle, das erhöht den Druck auf die Regierung in Washington, den Preis unter Kontrolle zu halten. Benzin kostet in den USA mit 3.24 $ je Gallon (3,78 Liter) so viel wie seit 2014 nicht mehr und rund 50% mehr als vor einem Jahr.

Weder hat das Ölkartell Opec auf Druck der US-Regierung reagiert, die Förderung anzukurbeln, noch scheint die heimische Schieferöl-Industrie schnell reagieren zu können. Vergangene Woche wurden gerade einmal fünf neue Bohrungen in den USA aktiviert. Mit 433 Bohrungen ist immer noch ein Drittel weniger in Betrieb als im März 2020.

Die Meldungen über einen Mangel an Energieträgern wie Kohle und Gas aus verschiedenen Ländern nehmen stetig zu. Britische Stahlkocher befürchten, dass sie angesichts steigender Kosten ihre Produktion unterbrechen müssen. Nach China kommt es nun auch in Indien wegen Kohlemangel zu Stromausfällen. China will die Förderung in den eigenen Kohleminen erhöhen. Angesichts höherer Gas- und Kohlepreise wird auf Öl umgestellt, was dessen Preis wiederum nach oben treibt.