Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

In der Nacht zu Donnerstag regierte nach zunächst guter Stimmung an den US-Börsen zunehmend wieder die Furcht vor einer sich beschleunigenden Inflation. Der Dow Jones Industrial verlor 0,7% auf 36’080 Zähler. Der S&P 500 sank 0,8% auf 4646 Punkte. Der Nasdaq 100 gab 1,4% nach auf 15’986.

Defensive Pharmawerte lagen zum Handelsschluss vorne: Merck & Co. mit einem Plus von 1,6%, Johnson & Johnson mit 1,1. Apple gaben 1,9% nach, weil der Tech-Konzern mit dem Versuch scheiterte, eine Öffnung des eigenen App Store aufzuschieben. Gefragt waren bei ihrem Börsendebüt die Papiere des US-Elektroautobauers Rivian. Sie starteten in den Handel mit einem Aufschlag von 37%. Die Titel des Essenslieferanten Doordash schossen 11,6% nach oben: Der US-Konzern steigt mit der Übernahme der finnischen Wolt in den europäischen Markt ein.

Asien

Die asiatischen Börsen konnten sich am Donnerstagmorgen weitgehend von den US-Vorgaben lösen. Der Nikkei 225 notierte 0,6% fester bei 29’272 Punkten. Der Hang Seng stand auf der Stelle mit 25’014 Zählern. Der Shanghai Composite notierte 1% höher. Der koreanische Kospi fiel 0,3% zurück.

Die Aktien des um den Weiterbestand kämpfenden Immobilienkonzerns China Evergrande stiegen mehr als 5% nach Berichten, er habe mit der Rückzahlung von ausstehenden Zinsen begonnen. Die Papiere des E-Commerce-Anbieters JD.com fielen 1%. Zum Verkaufstag Singles Day an diesem Donnerstag akzeptierte das Unternehmen erstmals Chinas Digitalwährung für Einkäufe.

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News Vorbörse Schweiz

Zurich Insurance: Die Zurich-Gruppe hat die Einnahmen in den ersten neun Monaten des Jahres gesteigert. Gewinnzahlen gibt sie zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. In der grössten Sparte, der Schaden-­ und Unfallversicherung (P&C), sind die Bruttoprämien um 14% auf 31,2 Mrd. $ gestiegen. Zurich Insurance (ZURN 390.90 -0.33%) liegt damit im Rahmen der Erwartungen. Das Geschäft mit Lebensvesicherungen ist mit Einnahmen von 2752 Mio. $ weniger gewachsen als erwartet. Dank der Übernahme von Aktivitäten der MetLife-Gruppe sind die vom US-Partner Farmers Exchanges erhaltenen Gebühren auf 18’225 Mrd. $ geklettert. Zurich ist zuversichtlich, die Jahresvorgabe zu erreichen. (Lesen Sie hier mehr.)

Sika: Der Bauchemiehersteller kündigt den Kauf des deutschen Bauchemieunternehmens MBCC Group für 5,5 Mrd. Fr. an. Es handelt sich um das ehemalige Bauchemiegeschäft der BASF (BAS 60.01 -0.46%) mit einem Jahresumsatz von 2,9 Mrd. Fr. Sika (SIKA 375.30 +0.4%) erwartet jährliche Synergien von 160 bis 180 Mio. Fr. und einen positiven Effekt auf den Gewinn pro Aktie ab nächstem Jahr. (Lesen Sie hier mehr.)

Varia US Properties: Die auf US-Wohnimmobilien spezialisierte Gesellschaft hat die Mieteinnahmen im dritten Quartal 2021 um 7,4% auf 26,7 Mio. $ gesteigert. Der Bruttoertrag belief sich auf 30 Mio., 8,5% mehr als im Vorjahreszeitraum. Varia (VARN 44.90 -0.22%) US Properties meldet ein 12,1% höheres Nettobetriebsergebnis von 15,0 Mio. $. Für den weiteren Verlauf des Jahres ist sie zuversichtlich. (Lesen Sie hier mehr.)

Cicor: Die Industriegruppe will im Rahmen der kürzlich vorgestellten Wachstumsstrategie Axis Electronics übernehmen. Das britische Unternehmen bietet elektronische Fertigungsdienstleistungen vor allem in der Luft- und der Raumfahrt sowie in der Verteidigung an. Den Kaufpreis der Gesellschaft mit 180 Mitarbeitern hat Cicor nicht bekannt gegeben. (Lesen Sie hier mehr.)

Flughafen Zürich: Zwar kommen wieder mehr Passagiere zum Flughafen Zürich (FHZN 155.40 -1.71%) – im Oktober dreimal so viele wie im Vorjahr –, für das Gesamtjahr rechnet der Airport-Betreiber jedoch weiter mit einem Einbruch im Vergleich zur Zeit vor der Krise. 10 Mio. Passagiere dürften dieses Jahr via Flughafen Zürich fliegen, rund ein Drittel des Niveaus von 2019. Für das Geschäftsjahr rechnet die Gesellschaft daher mit einem Verlust. Die laufenden Investitionen und die Kosten würden zurückgefahren. (Lesen Sie hier mehr.)

Relief Therapeutics: Das Biotech-Unternehmen weist zum Ende des dritten Quartals liquide Mittel von 45 Mio. Fr. aus. Das soll bis Ende 2023 reichen. Die Entwicklung des potenziellen Coronamittels RLF-100 gehe auch nach der enttäuschenden Ablehnung des Antrags auf US-Notfallzulassung weiter. Relief Therapeutics (RLF 0.06 0%) baut ihre kommerziellen US-Aktivitäten aus im Hinblick auf die Lancierung weiterer Produkte.

Bachem: Der Pharmaauftragshersteller Bachem (BANB 635.00 +0.16%) legt heute in Bubendorf den Grundstein zu seinem bisher grössten Produktionsgebäude. Er will dort mit bis zu 150 neuen Mitarbeitern spätestens ab 2024 Peptide und Oligonukleotide herstellen. Die Suche nach einem dritten Standort in der Schweiz ist weiterhin im Gang.

Asmallworld: Das soziale Netzwerk Asmallworld (ASWN 2.65 0%) hat seine Büros und den Hauptsitz vom Zürcher Seefeld an die Seidengasse 20 beim Löwenplatz verlegt.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 11.11.2021

Wichtige Ereignisse
vom 11.11.2021

Schweiz
06:45   Zurich Insurance: Update 9Mte (Conf. Call 13.00 Uhr)
07:00   Varia US: Q3-Statement
08:00   IAZI: MK Immobilienmarkt Schweiz
08:30   BFS: Bruttoinlandprodukt nach Kanton im Jahr 2019
Sonstige Termine
SNB: Geldmarkt-Apero (ab 18.30 Uhr), Genf

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: unten gesichert, oben frei

Marktteilnehmer halten sich nach wie vor an mehreren steigenden Orientierungslinien fest, die Tempo und Richtung des SMI (SMI 12'607.68 +0.08%) bestimmen. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Schweizer Anleiheninvestoren schaffen es immer noch, positive Erträge zu erzielen, wie die neueste Auswertung des FuW-Börsenspiels zeigt. Dabei sind die Anleihenmärkte seit Sommer in Aufruhr. Die Renditen steigen, die Kurse der Obligationen fallen, und die Schwankungen nehmen zu. Hinzu kommen die Turbulenzen um die Schuldenkrise bei chinesischen Immobiliengesellschaften.

Bei den kürzeren Laufzeiten haben die Spekulationen über baldige Zinserhöhungen im Euroraum im nächsten Jahr zuletzt etwas nachgelassen. Wie Terminkontrakte zeigen, nehmen die Anleger einen ersten Schritt um 0,10 Prozentpunkte mittlerweile erst für Ende 2022 vorweg. Für die Schweiz liegt der Zeitpunkt für einen erwarteten Anstieg des Leitzinses von –0,75% auf –0,50% weiterhin bei Juni 2023.

Offenbar haben in den vergangenen Wochen einige Investoren Zinsswap-Kontrakte geschlossen. Dies hat mit zu einer übertriebenen Reaktion der Zinserwartungen beigetragen, nachdem sich einige Notenbanker besorgt über die Inflationsgefahren geäussert hatten. Im Euroraum bekräftigte Isabel Schnabel, Direktorin der Europäischen Zentralbank, diese Woche, dass eine Zinserhöhung im nächsten Jahr unwahrscheinlich ist.

Dafür rückt zunehmend das Thema der richtigen Reihenfolge (Sequenzierung) einer strafferen Geldpolitik in den Blick der Anleger. Auch dies griff Schnabel in ihre Rede auf, als sie sagte: «Würden die Zentralbanken die Leitzinsen anheben, bevor sie die Nettokäufe von Vermögenswerten beenden, würden sie bereitwillig Verluste in ihren Bilanzen in Kauf nehmen, die letztlich zu Verlusten für den durchschnittlichen Steuerzahler führen würden.»

Zugleich wies sie darauf hin, dass die Anleihenkäufe die vermögenden Haushalte zwar besserstellen könnten. Aber: «Eine verfrühte Anhebung der Leitzinsen als Reaktion auf einen vorübergehenden Inflationsschub würde vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen treffen», sagte Schnabel. Wenn die Nettokäufe einmal enden, sei keine «unangebrachte Straffung der langfristigen Zinsen» zu erwarten.