Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Am Montag atmeten die Anleger an den US-Börsen auf. Weitere Berichte, die neue Omikronvirusvariante könnte weniger schwere Krankheitsverläufe verursachen, weckten Optimismus. Die Aussicht auf eine Jahresendrally scheint wieder realistisch.

Gefragt waren vor allem die im Dow Jones Industrial enthaltenen Standardwerte. Der Index kletterte 1,9% auf 35’227 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte 1,2% auf 4591 Punkte zu. Etwas weniger gefragt waren die Technologiewerte im Nasdaq Composite. Nach einem Ausverkauf am Freitag erholten sie sich am Montag um 0,9% auf 15’225 Punkte.

Äusserungen von US-Präsident Joe Biden, es seien trotz Omikron zurzeit keine Änderungen der Reisevorschriften nötig, gaben den Reise- und Freizeitaktien zusätzlichen Schub. Die US-Fluggesellschaften American Airlines, Delta Air Lines, United und Southwest zogen zwischen 2,9 und 8,3% an. Auch die Buchungsportale TripAdvisor, Airbnb und Booking verteuerten sich zwischen 5,3 und knapp 9%.

Grosse Abgaben verzeichneten hingegen die Aktien der Impfstoffhersteller. Bestätigt sich, dass Omikron weniger schwere Symptome verursacht, könnte die Nachfrage nach Nachimpfungen sinken. BioNTech und Moderna brachen um 18,7 und 13,5% ein. Der Big-Pharma-Wert Pfizer büsste mehr als 5% ein.

Unterschiedlich entwickelten sich die Valoren der Elektroautohersteller. Der kürzliche Neuzugang Rivian erholte sich nach vorherigen Rückschlägen mit 11,6% kräftig. Verluste mussten hingegen Tesla (–0,6%) und Lucid (–5,1%) hinnehmen. Bei Tesla (TSLA 937.41 +2.07%) hat die Börsenaufsicht SEC ein Verfahren eingeleitet wegen Verdachts, das Unternehmen habe in der Solarsparte jahrelang eine Feuergefahr heruntergespielt. Bei Lucid nimmt die SEC den Börsengang via Special Purpose Acquisition Company (Spac) unter die Lupe.

Asien

Die wichtigsten asiatischen Börsen nahmen im bisherigen Handel am Dienstag die gute Stimmung aus den USA mit. Die meisten verzeichnen Gewinne. In Tokio avanciert der Nikkei 225 knapp 1,9%, der Topix gar 2,2%.

Trotz mehreren positiven Nachrichten kommen die Börsen in Festlandchina hingegen nicht recht auf Touren. Die Zentralbank hat angekündigt, sie werde vor dem Hintergrund der Evergrande-Krise die Reserveanforderungen im Immobiliensektor lockern, die Regierung will die Wirtschaft im kommenden Jahr stabilisieren, der Aussenhandel hat sich im November besser entwickelt als erwartet. Die Importe sprangen 31,7% in die Höhe, der Export hat hingegen an Schwung verloren, hat aber immer noch 22% zugelegt.

Der Shanghai Composite bewegte sich auf Vortagesniveau, der CSI 300 lag 0,4% im Plus. In Hongkong präsentierte sich der Hang Seng mit einer Avance von 1,8% deutlich freundlicher. In Seoul legte der Kospi 0,5% zu, in Sydney stieg der All Ordinaries 1%.

SMI 12'028.66 -0.58%
Euro Stoxx 50 4'136.85 -0.67%
DAX 15'336.76 -0.79%
Nasdaq 100 14'172.76 +0.17%
Nikkei 225 27'011.33 -0.44%
EUR/CHF 1.0382 -0.04%
USD/CHF 0.9271 +0.36%
EUR/USD 1.1200 -0.39%
Gold USD/Uz 1'815.95 -0.21%
Öl Brent 89.75 +1.90%
Bitcoin 36615.72 -0.58%

News Vorbörse Schweiz

Schaffner: Der Komponentenhersteller Schaffner (SAHN 317.00 +0.63%) erzielte im Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 172,5 Mio. Fr. und hat damit sein Ziel von 170 Mio. übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 0,5%. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit stieg mit 18,2 Mio. Fr. fast um das Vierfache. Die Marge erreichte 10,6%, nach 2,7% im Vorjahr. Nach der Rückführung des Goodwills aus dem Verkauf von Power Magnetics resultierte ein Verlust von 2,3 Mio. Fr. Im Jahr zuvor hatte Schaffner einen Gewinn von 2,7 Mio. Fr. ausgewiesen. Die Aktionäre sollen am Ergebnis mit einer deutlich höheren Dividende von 9 Fr. je Aktie partizipieren (i.V. 2 Fr.).  Das Zielband für die Ebit-Marge hebt Schaffner von bisher 8 bis 10 auf 10 bis 12% an. (Lesen Sie hier mehr.)

ABB: Der Industriekonzern ABB (ABBN 32.45 -1.25%) passt anlässlich eines Investorentages die Finanzziele an. Das jährliche Umsatzwachstum soll auf vergleichbarer Basis 4 bis 7% betragen (bisher: 3 bis 5%). Davon sollen 3 bis 5% aus eigener Kraft erreicht werden und 1 bis 2% über Akquisitionen. Die Ebita-Marge soll ab 2023 mindestens 15% erreichen. Bisher galt für diese Marge ein Zielkorridor von 13 bis 16%. Bis Sommer 2022 soll die Division Turbocharging über ein Spin-off an die bestehenden Aktionäre oder über einen Verkauf veräussert werden. Ausserdem will sich ABB im zweiten Halbjahr 2022 von der Division Power Conversion trennen. (Lesen Sie hier mehr.)

Cembra: Die Cembra (CMBN 63.40 +0.79%) Money Bank hat eine neue Strategie für die kommenden vier Jahre formuliert. Die Konsumkreditbank, die den Wegfall der Migros als Kreditkartenkunden verkraften muss, will neue Wachstumschancen wie etwa im aufkommenden «Buy Now, Pay Later»-Geschäft ergreifen. Die Bank werde zudem im Rahmen ihres Operational-Excellence-Programms das Betriebsmodell vereinfachen, teilte sie im Vorfeld des heutigen Investorentages mit. Die Änderungen erforderten bis 2025 Investitionen in Höhe von 55 Mio. Fr. und sollen ab 2026 zu jährlichen Kosteneinsparungen von mindestens 30 Mio. Fr. führen. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche treibt den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Pathologie weiter voran und lanciert drei neue automatisierte Algorithmen für die digitale Pathologie. Sie sind vor allem auf die Erkennung wichtiger Biomarker für Brustkrebspatientinnen ausgerichtet.

Feintool: Die Industriegruppe Feintool (FTON 55.30 +4.34%) kauft Kienle + Spiess, einen Zulieferer von Komponenten für elektrische Motoren und Generatoren für elektrifizierte Fahrzeuge. Für die Akquisition nutzt sie eine Brückenfinanzierung, die im ersten Halbjahr 2022 mit einer Kapitalerhöhung von bis zu 200 Mio. Fr. abgelöst werden soll. Die Kapitalerhöhung diene ausserdem der Finanzierung des weiteren Wachstums von Kienle + Spiess. Der Hauptaktionär von Feintool, die Artemis Group, habe sich bereiterklärt, die Kapitalerhöhung bis zum vollen Betrag zu garantieren. Kienle + Spiess erwartet für das Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz von rund 190 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

Dätwyler: Der Industriekonzern Dätwyler (DAE 345.50 -1.85%) verstärkt sich mit einer Akquisition im chinesischen Gesundheitsmarkt. Für einen nicht genannten Preis kauft er die Firma Yantai Xinhui Packing. Damit sichere man sich einen direkten Zugang zum schnell wachsenden Healthcare-Markt in China und schliesse eine wichtige strategische Lücke. Die Transaktion dürfte im ersten Quartal 2022 abgeschlossen werden. Yantai Xinhui Packing hat rund 170 Mitarbeiter und erreicht einen Jahresumsatz von rund 15 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

SGS: Der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS (SGSN 2'518.00 -2.44%) übernimmt die britische Quay Pharmaceuticals. Die Gesellschaft erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 21 Mio. Fr. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die 2002 gegründete Quay Pharma ist ein Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für die globale Pharmaindustrie mit mehr als 150 Kunden und 200 Mitarbeitern. (Lesen Sie hier mehr.)

Cosmo: Die Pharmagesellschaft Cosmo (COPN 55.90 -0.71%) hat das definitive Ergebnis des öffentlichen Umtauschangebots für die Aktien von Cassiopea (SKIN 37.20 -1.59%) bekannt gegeben. Nach Ablauf der Annahmefrist am 2. Dezember hält sie insgesamt 5,37 Mio. Aktien, was rund 96,5% aller sich im Publikum befindenden Titel entspricht. Damit wurde das provisorische Ergebnis vom 3. Dezember bestätigt. Die Abwicklung des Angebots soll am 17. Dezember folgen. (Lesen Sie hier mehr.)

Bucher: Die Industriegruppe Bucher (BUCN 425.40 -9.10%) fährt nach einem Cyberangriff die IT der Gemeindefahrzeugsparte Municipal wieder hoch. Damit kann ein Grossteil der Tätigkeiten wieder in den Normalbetrieb überführt werden. Wegen des Angriffs vor knapp einem Monat wurde die Produktion vorsorglich gestoppt und dann «weitgehend» ohne IT-Unterstützung weitergeführt. Es gebe keinen materiellen Einfluss auf das Geschäftsergebnis 2021. (Lesen Sie hier mehr.)

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 07.12.2021

Wichtige Ereignisse
vom 07.12.2021

die wichtigsten Wirtschafts- und Finanztermine vom 07.12.2021:
SCHWEIZ
06:00   Schaffner: Ergebnis 2020/21
07:45   Seco: Arbeitsmarktdaten November 2021
08:00   EFV/SNB: Eidgenössische Anleihe - Ankündigung
09:00   SNB: Devisenreserven November 2021
09:00   Blackstone Res.: Präsentation neuer Batterietyp
10:00   Economiesuisse: Konjunktur-Ausblick 2022 (online)
10:30   Schaffner: BMK 2020/21, Zürich
Sonstige Termine
ABB: Capital Markets Day (12.00 bis 17.00 Uhr), Zürich
Cembra: Investor Day (ab 09.00 Uhr), Zürich/virtuell
Datacolor: GV
INTERNATIONAL
Termine Unternehmen
08:00 GBR British American Tobacco, Q4-Umsatz
16:00 NLD Stellantis, Software Day 2021 (online)
Termine Konjunktur
CHN: Handelsbilanz 11/21
AUS: Zentralbank, Zinsentscheid
06:00 JPN Frühindikatoren 10/21 (vorab)
06:30 NLD Verbraucherpreie 11/21
08:00 DEU Industrieproduktion 10/21
08:45 FRA Handelsbilanz 10/21
11:00 DEU ZEW-Konjunkturerwartungen 12/21
11:00 EUR BIP Q3/21 (3. Veröffentlichung)
14:30 USA Handelsbilanz 10/21
21:00 USA Konsumentenkredite 10/21
22:30 USA API Ölbericht (Woche)
- Sonstige Termine
09:15 DEU Fortsetzung Prozess gegen Ex-Audi-Chef Stadler und drei Ingenieure
09:30 DEU Pressegespräch Societe Generale: Kapitalmarktausblick 2022
09:30 LUX Mündliche Verhandlung am EuGH über Rettungsbeihilfe für Condor
11:00 DEU Online-Pk zum Standpunkt der Chefvolkswirte
der Sparkassen-Finanzgruppe
BEL: Tagung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister, Brüssel
BEL: Treffen der EU-Gesundheitsminister, Brüssel
USA/RUS: Video-Gipfel von US-Präsident Biden und Russlands Staatschef Putin

(Quelle: AWP)

Ausblick Rohstoffe

Öl geht langsam auf Erholungskurs

Zum Wochenanfang kostet die Ölsorte Brent über 71 $ je Fass. Damit hat der Ölmarkt sein Dreimonatstief von 65.72 $ je Fass noch weiter hinter sich gebracht. Trotzdem hat der Ölmarkt den Schock um die neue Omikronvariante von Covid-19 noch nicht ganz verdaut.

Sorgen um neuerliche Reisebeschränkungen und Lockdowns und damit einen Einbruch der Ölnachfrage haben den Preis vergangene Woche schnell sinken lassen. Gleichzeitig hatte das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) trotz der neuen Variante bekräftigt, die geplanten monatlichen Erhöhungsschritte der Fördermenge um 400’000 Fass/Tag fortzusetzen. Brent steht weiterhin rund 15% tiefer als noch vor zwei Wochen, als der Preis deutlich über 80 $ notiert hatte.

Neben der Aussicht, dass die Omikronvariante weniger gefährlich als zuerst befürchtet ist, haben die stockenden Verhandlungen der westlichen Länder mit dem Iran die Lage am Ölmarkt nun entspannt. Die Verhandlungen am Freitag um ein neues Abkommen mit der islamischen Republik wurden vertagt. Damit ist eine baldige Erhöhung der Ölausfuhren aus dem Iran unwahrscheinlicher geworden. Die USA zeigten sich verärgert darüber, dass die neue iranische Regierung massive Änderungen am zuvor ausgehandelten Vertragstext verlangt hatte.