Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Vom Optimismus, mit dem Wallstreet ins neue Jahr gestartet war, ist bereits nicht mehr viel übrig. Schon in den vergangenen Tagen nährten anziehende Anleihenrenditen die Erwartung steigender Zinsen. Das führte zu einer Rotation von Wachstumswerten, vor allem aus dem Technologiebereich, in Substanztitel – was dem Dow Jones Industrial zugutekam.

Mit den gestern publizierten Details aus den Dezemberprotokollen der US-Notenbank (Fed) ist die Stimmung nun aber definitiv gekippt. Die US-Börsen kamen unter Druck. Der Dow Jones Industrial gab 1,1% auf 36’407 nach. Der breit gefasste S&P 500 ermässigte sich 1,9% auf 4701, und der Nasdaq Composite verlor gar 3,3% auf 15’100. Der S&P Futures tendierte am Donnerstagmorgen nochmals etwas leichter.

Gemäss den sogenannten Minutes des Fed sprachen sich einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses dafür aus, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen.

Zudem wurde wiederholt betont, dass der Wirtschaftsverlauf und die Teuerungslage für einen rascheren Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik sprächen. Deswegen könne ein schnelleres Anheben der Zinsen als erwartet gerechtfertigt sein.

Auch der Dollar legte daraufhin weiter zu.

Unter den Einzeltiteln gehörten Tech-Werte generell zu den grossen Verlierern, darunter Salesforce (–8,3%), Nvidia (–5,8%), Alphabet (–4,6%), Microsoft (–3,8%), Meta Platforms (–3,7%) und Apple (–2,7%). Auch Tesla glitten 5,4% ab.

Auf der Gewinnseite stehen unter anderem der Telecomdienstleister AT&T (+1,9%), die Pharmawerte Pfizer (+2%) und Merck & Co (+1,9%), aber auch Walmart (+1,9%) und Chevron (+0,8%). (–4,6%).

Asien

Auch an den asiatischen Börsen gingen die Fed Minutes und die Vorgaben von Wallstreet in die Knochen. Zusammen mit der Verunsicherung rund um die Ausbreitung von Omikron präsentiert sich im heutigen Donnerstagshandel dementsprechend vieles in Rot.

Der MSCI Asia ohne Japan notiert rund 1% unter dem Schlusskurs von gestern. In Japan selbst steht der Nikkei 225 in Tokio 2,7% unter Vortag; hier gehören Sony (–6,9%) zu den grössten und prominentesten Verlierern. Im breiter gefassten Topix stehen 2% Verlust zu Buche.

Im Vergleich dazu verzeichnen der Hang Seng in Hongkong sowie der Shanghai Composite im heutigen Nachmittagshandel mit –0,4 und –0,2% nur geringe Einbussen. Auch der Kospi in Seoul kann seinen Verlust auf 1,1% unter Vortagesschluss begrenzen.

SMI 12'355.54 -1.63%
Euro Stoxx 50 4'229.56 -1.63%
DAX 15'603.88 -1.94%
Nasdaq 100 14'846.46 -1.34%
Nikkei 225 27'772.93 +1.11%
EUR/CHF 1.0341 -0.34%
USD/CHF 0.9112 -0.06%
EUR/USD 1.1347 +0.30%
Gold USD/Uz 1'833.60 -0.32%
Öl Brent 87.48 -0.27%
Bitcoin 35659.37 -2.27%

News Vorbörse Schweiz

Novartis: Der Basler Pharmakonzern Novartis (NOVN 79.87 -1.87%) startet eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Alnylam hinsichtlich Therapien für Lebererkrankungen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete vor einigen Wochen über angebliches Übernahmeinteresse seitens Novartis am US-Biotech-Unternehmen.

Baloise: Der Group CEO des Versicherers Baloise (BALN 157.20 -0.95%) Group, Gert De Winter, ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt und wird sein Arbeitspensum deshalb voraussichtlich bis Sommer reduzieren. Die vor- und nachgelagerten Therapien sowie der operative Eingriff haben eine gute ärztliche Heilungsprognose. De Winter kann die strategischen Geschäfte aber weiterhin führen. Das operative Tagesgeschäft übernimmt Baloise-Schweiz-CEO Michael Müller zusätzlich zu seiner bestehenden Rolle. Die Weiterführung der laufenden Projekte, insbesondere der Übergang in die neue strategische Phase «Simply Safe: Season 2», sei somit sichergestellt.

ObsEva: Das Biopharmaunternehmen ObsEva (OBSN 1.6200 -5.26%) meldet positive Studiendaten zum Einsatz des Medikamentes Linzagolix bei Endometriose. Dieses wirkt demnach wie erwartet. (Lesen Sie hier mehr.)

Basilea: Das Pharmaunternehmen Basilea (BSLN 46.56 +0.00%) erwartet im Laufe des Jahres zahlreiche Daten zu laufenden Studien mit Wirkstoffkandidaten in der Onkologie. Sie würden die Richtung für die weitere Entwicklung des Portfolios bestimmen, teilte das Unternehmen heute Morgen mit.

Rieter: Grossaktionär Luc Tack hat seine Beteiligung am Winterthurer Spinnereimaschinenhersteller Rieter (RIEN 183.80 -3.87%) weiter ausgebaut, obwohl er vergangenes Jahr im Streit aus dem Verwaltungsrat ausscheiden musste. Tack hält seit neuestem 15,02% am Unternehmen, nach bisher 11,69%. (Lesen Sie hier mehr.)

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 06.01.2022

Wichtige Ereignisse
vom 06.01.2022

SCHWEIZ
09:30   Raiffeisen: Anlageausblick 2022
INTERNATIONAL
Termine Unternehmen
08:00 GBR Next, Q4-Umsatz
13:00 USA Walgreens Boot Alliance, Q1-Zahlen
FRA: Sodexo, Q1-Umsatz
Termine Konjunktur
EUR: EZB Wirtschaftbericht
06:30 DEU Verbraucherpreise Nordrhein-Westfalen 12/21
08:00 DEU Auftragseingang Industrie 11/21
10:00 DEU Verbraucherpreise Brandenburg, Hessen 12/21
10:30 GBR PMI Dienste 12/21 (2. Veröffentlichung)
11:00 DEU Verbraucherpreise Sachsen 12/21
11:00 EUR Erzeugerpreise 11/21
14:00 DEU Verbraucherpreise 12/21 (vorläufig)
14:30 USA Handelsbilanz 11/21
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 USA Auftragseingang Industrie 11/21
16:00 USA ISM Dienste 12/21
16:00 USA Auftragseingang langlebige Güter 11/21 (endgültig)
- Sonstige Termine
10:00 DEU DSW Online-Pk zu Hemmnissen für Aktionärsbeteiligung durch die
Corona-Pandemie. Es geht dabei um die Umsetzung der SRD II der EU.
FRA: Besuch der EU-Kommission zu Beginn der französischen Ratspräsidentschaft
USA: Fortsetzung der Technik-Messe CES

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Seit den letzten Handelstagen des Vorjahres steigen die Renditen in den USA und in Europa, was sich Anfang 2022 noch einmal beschleunigt hat. Fundamentale Gründe dürften dabei aber eher eine geringe Rolle spielen. So nehmen zwar die Pandemiesorgen bei den Anlegern ab, weil die Omikron-Variante weniger gefährlich scheint. Aktuell gewinnt die Welle vor allem im Westen (inklusive der Schweiz) und im Süden Europas an Fahrt. Von Deutschland nach Osten blickend ist sie bisher noch nicht zu erkennen.

Analysten nennen aber als wichtigsten Grund für die Renditenanstiege, dass Investoren Platz in den Portfolios machen. Mit Umschichtungen bereiten sie sich auf die Emissionswelle neuer Staatspapiere gerade in Europa vor, die traditionell zum Jahresanfang stark ist. Dieser Trend wird in den nächsten Wochen wieder nachlassen. Derzeit steht zu Buche, dass die Rendite deutscher Bundesanleihen (10 Jahre) an den dreizehn Handelstagen seit dem 20. Dezember um 0,28 Prozentpunkte auf –0,09% stieg. Bei den Eidgenossen ging es um 0,21 Prozentpunkte auf –0,09% aufwärts und bei US-Papieren um 0,23 Prozentpunkte auf 1,65%.

Von den vorläufigen Inflationsdaten, die diese Woche in Europa veröffentlicht werden, sind keine neuen Impulse für den Handel zu erwarten. Frankreich meldete bereits für Dezember eine konstante Inflationsrate (3,4% EU-harmonisiert). Dabei glich eine nachlassende Teuerung bei Energie die stärker steigenden Industriegüter- und Nahrungspreise aus. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Italien (4,2%) und Spanien (6,7%) zu sehen. Wobei hier die Inflationsraten Ende 2021 noch einmal angezogen sind: in Italien um 0,3 Prozentpunkte und in Spanien um mehr als 1 Prozentpunkt.

Am Donnerstagnachmittag werden die neuesten Zahlen aus Deutschland erwartet, einen Tag später folgt die gesamte Eurozone. Der Höhepunkt der Inflation dürfte wohl erst später im ersten Quartal absehbar sein.