Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

An Wallstreet geht die Talfahrt weiter. Selbst nach drei Handelstagen mit Verlusten konnte der Leitindex Dow Jones Industrial nicht zulegen. Er verlor 0,96% auf 35’029 Punkte.

Von den Zinsen ging der Druck diesmal aber nicht aus. Die Renditen der zehnjährigen Treasuries sanken 4 Basispunkte auf 1,83%. Händler und Analysten spekulierten jedoch, dass das Federal Reserve im März den Leitzins bereits um 50 und nicht nur um 25 Basispunkte erhöhen könnte.

Noch schlechter als der Leitindex schnitten die anderen wichtigen Indizes ab. Der marktbreite S&P 500 fiel 0,97% auf 4533 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite rutschte 1,15% auf 14’340 Punkte, und der Index für kleinkapitalisierte Unternehmen, Russell 2000, büssste 1,6% ein auf 2063 Punkte.

Gegenüber dem Höchst vom 19. November hat der Nasdaq Composite unterdessen 10,7% verloren und befindet sich nun in einer Korrektur.

Zu den Verlierern zählt der Automobilhersteller Ford, der aufgrund von Gewinnmitnahmen 7,9% nachgab. Unter Druck gerieten auch Bankatien. Der KBW Nasdaq Bank Index verlor 3,1%. Nach der Präsentation der Quartalszahlen sanken die Aktien von U.S. Bancorp 7,8%. Ein Grund für das enttäuschende Ergebnis waren höhere Lohnkosten.

Doch nicht alle Bankwerte gaben an Terrain preis. Dank eines Gewinnsprungs von 28% im vierten Quartal avancierten die Valoren von Bank of America 0,4%. Die Titel von Morgan Stanley kletterten gar 1,8%, nachdem die Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten.

Zulegen konnten nach starken Quartalszahlen auch die Papiere des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble (+3,4%) sowie diejenigen des Gesundheitskonzerns UnitedHealth (+0,3%).

Möglicherweise findet die Talfahrt am Donnerstag ein Ende. Die Terminkontrakte (Futures) auf den S&P 500 tendieren am Donnerstagmorgen 0,4% höher. Die Futures auf den Euro Stoxx 50 (SX5E 3'708.39 +1.40%) verzeichnen ein Plus von 0,5%.

Asien/Pazifik

Erfreulich sieht das Bild der Börsen in Ostasien und Australien am Donnerstagmorgen aus.

In Tokio avanciert der Nikkei 225 1,1%, und der breiter gefasste Topix notiert 1,0% höher. Auf dem chinesischen Festland steigt der CSI 300 1%, der Shanghai Composite notiert mit einem Plus von 0,1% hingegen wenig verändert.

Der Hang Seng in Hongkong klettert 2,4%, und der südkoreanische Kospi avanciert 0,5%. In Australien notieren der ASX 200 und der ASX 300 mit einem Plus von 0,2% leicht fester.

SMI 11'466.28 +1.39%
Euro Stoxx 50 3'708.39 +1.40%
DAX 14'175.40 +1.38%
Stoxx US 500 303.31 +1.46%
Nikkei 225 27'001.52 +0.98%
EUR/CHF 1.0324 +0.35%
USD/CHF 0.9662 -0.84%
EUR/USD 1.0685 +1.27%
Gold USD/Uz 1'851.92 +0.29%
Öl Brent 113.08 +0.41%
Bitcoin 30107.07 -0.52%

News Vorbörse Schweiz

Galenica: Der Medikamentenhändler Galenica (GALE 71.95 +0.63%) meldet für das vergangene Jahr einen Umsatz von 3835 Mio. Fr., womit sowohl die eigene Prognose als auch die Durchschnittsschätzung von Analysten übertroffen worden ist. Vor allem in den letzten Monaten des Jahres sei das Geschäft sehr dynamisch verlaufen. Deshalb und wegen eines einmaligen Gewinns aus einem Liegenschaftsverkauf von 9 Mio. Fr. wird der Ergebnisausblick für 2021 erhöht: Neu wird ein Wachstum des adjustierten Ebit zwischen 24 und 28% erwartet. 14 bis 16 Prozentpunkte davon sollen im Zusammenhang mit Covid stehen. (Lesen Sie hier mehr.)

Zur Rose: Die Versandhandelsapotheke Zur Rose (ROSE 106.90 -1.02%) hat die im Oktober reduzierte Umsatzprognose für 2021 erreicht. Der Aussenumsatz stieg auf 2034 Mio. Fr., was einem Wachstum von 15,5% (währungsbereinigt 14,8%) entspricht. Auch die Analystenerwartungen wurden damit getroffen. Die Anzahl aktiver Kunden habe sich per Ende Jahr 18% auf 12,4 Mio. erhöht. (Lesen Sie hier mehr.)

Zur Rose: Die Versandhandelsapotheke Zur Rose ist womöglich von Hackern angegriffen geworden. Nach Angaben von gestern Abend wurden am 18. Januar angebliche Kundendaten des Online-Shops für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte Zurrose-shop.ch im Netz angeboten. Ihre Echtheit wird nun geprüft. Nicht betroffen seien Daten zu den Bestellungen sowie zu Zahlungsinformationen. Ebenfalls unbehelligt blieben die Daten der Online-Apotheke Zurrose.ch. Sie nutze eine technisch separate Plattform.

Comet: Das Technologieunternehmen Comet (COTN 181.80 -2.88%) hat gemäss vorläufigen Eckdaten den Umsatz im vergangenen Jahr fast 30% rund 513 Mio. Fr. erhöht und damit die eigene Prognose von 480 bis 500 Mio. Fr. übertroffen. Die Ebitda-Marge sei von 14,8% im Vorjahr auf circa 20% gestiegen, also an den oberen Rand des Prognosebands von 18 bis 20%. Das Wachstum sei weiterhin getrieben vom robusten Zyklus der Halbleiterindustrie und von der starken Nachfrage nach Röntgensystemen, Modulen und Röhren. (Lesen Sie hier mehr.)

Belimo: Mit 765 Mio. Fr. Umsatz im vergangenen Jahr ist die auf Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagensteuerung spezialisierte Belimo (BEAN 377.50 +0.67%) im Vorjahresvergleich 15,7% gewachsen, in lokalen Währungen gar 16,6. Die Erwartungen werden damit übertroffen. Alle Marktregionen verzeichneten ein zweistelliges Umsatzwachstum. (Lesen Sie hier mehr.)

Medacta: Das Orthopädieunternehmen Medacta (MOVE 107.00 +1.52%) konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2021 um 21,4% auf 363 Mio. € steigern, was ungefähr im Rahmen der Schätzungen liegt. Mehr als 150 neue Stellen seien im vergangenen Jahr geschaffen worden, vor allem im Vertrieb. (Lesen Sie hier mehr.)

Ascom: Die auf Kommunikationslösungen für das Gesundheitswesen spezialisierte Ascom (ASCN 7.76 -1.15%) hat gemäss vorläufigen Zahlen 2021 den Umsatz 3,7% auf 292 Mio. Fr. gesteigert. Der Auftragseingang erhöhte sich 6,2% auf 342 Mio. Fr., der Auftragsbestand per Ende Jahr beinahe ein Fünftel auf 256 Mio. Das operative Ergebnis habe sich auf 28,6 Mio. Fr. erhöht, was eine Marge von 9,8% ergibt, knapp 1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. (Lesen Sie hier mehr.)

Liechtensteinische Landesbank: Die Liechtensteinische Landesbank (LLB (LLBN 49.55 -0.70%)) ist gemäss ungeprüften Zahlen 2021 deutlich gewachsen. Der Geschäftsertrag stieg von 430 auf 476 Mio. Fr., bei einem Geschäftsaufwand, der sich von 307 auf 313 Mio. Fr. erhöht hat. Das Ergebnis hat 26% auf 138 Mio. Fr. zugenommen. Es spiegle die Wachstumsdynamik, die gesteigerte Ertragsqualität im Kundengeschäft und das strikte Kostenmanagement.

Graubünder Kantonalbank: Um ihr Anlagegeschäft zu stärken, übernimmt die Graubünder Kantonalbank rückwirkend auf Anfang Jahr rund 30% an der Twelve Capital Holding. Der unabhängige Investment-Manager mit Hauptsitz in Zürich ist auf Anlagen im Versicherungssektor spezialisiert. Zum Preis werden keine Angaben gemacht.

Idorsia: Nachdem das Biotech-Start-up Idorsia (IDIA 15.53 +2.37%) vor wenigen Tagen die US-Zulassung für sein Schlafmittel erhalten hatte, folgt nun in Japan die Zulassung für Pivlaz (Clazosentan-Natrium) zur Vorbeugung spezieller Hirnblutungen.

Kuros Biosciences: Das Biotech-Unternehmen Kuros Biosciences (KURN 1.80 -0.83%) hat mit Fibrin PTH in einer Phase-II-Studie einen Erfolg erzielt. Die Heilungsrate beim Einsatz des Mittels bei bestimmten Knochenfrakturen sei sechs Monate nach der Operation höher gewesen als mit der Standardbehandlung.

DKSH: Der Marktexpansionsdienstleister DKSH (DKSH 79.75 +0.44%) hat seine Partnerschaft mit TA Instruments erweitert und wird für das US-Unternehmen künftig in Indonesien, auf den Philippinen und in Vietnam Vertrieb und Marketing sowie Kundendienst und Anwendungsunterstützung anbieten.

Valora: Der Verwaltungsrat der auf kleinflächige Verkaufsstellen spezialisierten Handelsgesellschaft  Valora (VALN 156.00 -0.76%) schlägt der Generalversammlung vom 6. April den bisherigen Vizepräsidenten Sascha Zahnd als Präsidenten des Verwaltungsrats vor. Zahnd soll auf Franz Julen folgen, der nach fünfzehn Jahren im Verwaltungsrat, davon fünf als Präsident, nicht mehr zur Wahl antritt.

Credit Suisse: Severin Schwan, Vize-Verwaltungsratspräsident der Grossbank Credit Suisse (CSGN 6.80 +3.31%) und im Hauptberuf CEO von Roche, liess auf Anfrage der Tamedia-Zeitungen von gestern offen, ob er an der CS-Generalversammlung von Ende April erneut für den VR kandidieren werde. Schwan war im Zusammenhang mit dem abrupten Abgang des Präsidenten António Horta-Osório in die Kritik geraten, unter anderem weil ihn seine Rolle in der Bank ausgelastet hat.

Arundel: Der Streit der Beteiligungsgesellschaft Arundel (ARON 1.50 -27.88%) bzw. ihrer britischen Tochter mit einem Investor, der in einer Finanzierungsrunde einen Totalverlust erlitten hatte, geht in die nächste Runde. Nachdem ein Gericht die Klage vergangenen Herbst wegen Verjährung zurückgewiesen hatte, verlangt der Investor nun das Recht, in Berufung zu gehen.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 20.01.2022

Wichtige Ereignisse
vom 20.01.2022

SCHWEIZ:  
07:00   Belimo: Umsatz 2021 (Conf. Call 09.00 Uhr)
07:00   Galenica: Umsatz 2021
07:00   Medacta: Umsatz 2021 (Conf. Call 15.00 Uhr)
07:00   Zur Rose: Umsatz 2021
09:30   Schweizerischer Arbeitgeberverband: MK Beschäftigungsbarometer
11:30   MK OECD/Seco: Länderbericht Schweiz 2022 (online)
INTERNATIONAL:  
Termine Unternehmen
07:30 DEU Suse, Jahreszahlen
07:30 FRA Alstom, Q3-Umsatz
08:00 GBR Deliveroo plc, Q4-Umsatz
08:00 GBR Associated British Foods, Q1-Umsatz
08:00 SWE Sandvik, Jahreszahlen
13:00 USA Travelers Cos, Q4-Zahlen
13:00 USA American Airlines, Q4-Zahlen
22:00 USA Netflix, Q4-Umsatz
Termine Konjunktur
00:50 JPN Handelsbilanz 12/21
06:30 NLD Arbeitslosenquote 12/21
08:00 DEU Erzeugerpreise 12/21
08:45 FRA Geschäftsklima 01/22
08:45 FRA Produzentenvertrauen 01/22
10:00 NOR Zentralbank, Zinsentscheid
11:00 EUR Verbraucherpreise 12/21 (endgültig)
12:00 TUR Zentralbank, Zinsentscheid
13:30 EUR EZB, Sitzungsprotokoll 16.12.21
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Philly Fed Index 01/22
16:00 USA Wiederverkäufe Häusere 12/21
17:00 USA EIA Ölbericht (Woche)
- Sonstige Termine
DEU: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) besucht München
+ 08.30 Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
+ 09.30 gemeinsame Pressekonferenz
+ 10.30 Unternehmensbesuch bei BMW, Gespräch mit Oliver Zipse,
BMW-Vorstandsvorsitzender
CHE: "The Davos Agenda" - Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums (4. Tag)
+ 11.00 EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
11:00 DEU Fünfte Runde der Tarifverhandlungen für öffentliche Banken
11:00 DEU Bundesverband WindEnergie e.V. und VDMA Power Systems
Online-Pk "Windenergie an Land - Zubauzahlen 2021 für Deutschland"
12:00 DEU Pk der BNP Paribas Real Estate GmbH zur Vorstellung der Marktdaten
des Jahres 2021 für Gewerbeimmobilien in Frankfurt
14:00 DEU Zoom-Pk Deutsches Institut für Altersvorsorge "Was kann Deutschland
von anderen Rentensystemen lernen?", Berlin
DEU: Aussenministerin Annalena Baerbock trifft ihre Amtskollegen aus Frankreich,
den USA und Grossbritannien
+14.15 Gemeinsame Pressekonferenz Baerbock/Blinken
+15.00 Blinken-Rede bei Atlantik-Brücke

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: Boden weicht immer mehr auf

Der Swiss Market Index bleibt schwach, was die Abfolge neuer Tiefs mindestens ebenso deutlich zeigt wie die fehlende Nachfrage an der 12’500er-Marke. Lesen Sie hier mehr.

Ausblick Zinsen und Devisen

Diese Woche hat mit steigenden Zinsen begonnen. Augenfällig war die zehnjährige Rendite deutscher Bundesanleihen. Sie drehte am Mittwoch erstmals seit 2019 wieder ins Positive bis auf 0,01%, bevor sie am Nachmittag mit der Erholung der Aktienmärkte wieder ins Minus abrutschte. Bei «Eidgenossen» mit gleicher Laufzeit ist die Marktverzinsung schon seit Tagen wieder positiv, wenn sie auch wieder absackt. Auch in den USA stieg sie mit 1,84% auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Treiber dieser Bewegungen sind nach wie vor die realen Renditen, die Anleger nach einer Inflationskompensation verlangen. Dagegen steigen schon seit Wochen die Prämien nicht mehr, die Investoren als Inflationsausgleich bei Staatsanleihen oder Swaps verlangen. Dies spricht immerhin dafür, dass sie sich auf einen Gipfel in der Teuerung einstellen und zugleich auf eine Konjunkturaufhellung setzen, wenn die Pandemiesorgen und Lieferengpässe nachlassen.

Gleichwohl halten sich die Erwartungen, dass die Notenbanken dieses Jahr stärker ihre Geldpolitik straffen werden als bisher gedacht, so wie es die Federal Reserve in den Vereinigten Staaten bereits in ihrem jüngsten Sitzungsprotokoll angedeutet hatte. Für die USA lässt sich bereits in den Terminkontrakten ablesen, dass Anleger beginnen, mehr als eine Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im März vorwegzunehmen.

Anders als in Europa sorgen sich die Währungshüter und Investoren, dass die Löhne in den Vereinigten Staaten sehr viel schneller als die Wirtschaftsleistung wachsen könnten. Der Grund liegt darin, dass gerade viele ältere Beschäftigte nicht wieder auf ihre Jobs zurückkehren, die sie vor der Pandemie hatten. Damit könnte eine Lohn-Preis-Spirale einsetzen, die die Zentralbanken so sehr fürchten.

Bislang gibt es in den Daten zur Wirtschaftsleistung in den USA bis zum dritten Quartal 2021 aber noch keine Anzeichen dafür, dass die Löhne wirklich zu stark steigen würden. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich 2022 mit fortschreitender Normalisierung auch diese Sorgen wieder legen und die Notenbanken wieder gelassener werden.