Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank Fed hat gestern das Geschehen an den Börsen dominiert. Die Mitteilung, wonach eine Zinserhöhung bald angebracht sei, liess die Kurse zuerst höher steigen. Doch während der Pressekonferenz setzte eine neuerliche Verkaufswelle ein. Fed-Chef Jerome Powell schloss nicht aus, auf jeder der kommenden Sitzungen an der Zinsschraube zu drehen. Das wären mehr als die vier Schritte, die bislang erwartet worden waren.

Nach einem zwischenzeitlichen Plus von 1,5% verlor der Dow Jones Industrial 0,4% auf 34’168. Der S&P 500 sank 0,2% auf 4349.

Der Nasdaq 100 rettete einen kleinen Gewinn von 0,2% über die Ziellinie.

An der Spitze des Dow notierten Microsoft mit einem Plus von 2,9%. Die grössten Abgaben verzeichneten Boeing. Die Aktien des Flugzeugbauers büssten nach Bekanntgabe eines weiteren Milliardenverlusts für das Jahr 2021 4,8% ein.

Der Chipkonzern Texas Instrument (+2,5%) überzeugte die Anleger mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick.

Tesla erholten sich 2,1% vor der nachbörslichen Zahlenpublikation. Der Elektroautobauer hat 2021 den Umsatz über 70% auf 53,8 Mrd. $ gesteigert und fast 1 Mio. Fahrzeuge ausgeliefert. Auch für 2022 erwartet Tesla-Chef Elon Musk ein Wachstum deutlich über 50%. Nachbörslich handeln die Titel 0,8% tiefer.

Der Telecomriese AT&T sackte 8,4% ab. Die erhöhten Werbeausgaben im vierten Quartal schlugen auf die Profitabilität.

Der Spielzeughersteller Mattel (+4,3%) hat sich eine begehrte Lizenz zur Produktion von Disney-Spielzeug wieder ergattert, die er 2016 an den Rivalen Hasbro verloren hatte. Dessen Papiere büssten 6,1% ein.

Die Rendite zehnjähriger Treasuries stieg auf 1,88% und damit sehr nahe an das jüngste Zweijahreshoch.

Die Futures auf den S&P 500 sind heute Morgen 1% im Minus.

Asien

An den asiatischen Handelsplätzen kam die Nachricht von der strafferen US-Geldpolitik nicht gut an. Der Nikkei 225 in Tokio hat 3,1% verloren, der Hang Seng in Hongkong 2,5%, und der Shanghai Composite in China ist 1,5% im Minus. Der australische Index ASX All Ordinaries ist nach weiteren Verlusten nun im Korrekturmodus.

SMI 11'466.28 +1.39%
Euro Stoxx 50 3'708.39 +1.40%
DAX 14'175.40 +1.38%
Stoxx US 500 303.73 +1.60%
Nikkei 225 27'001.52 +0.98%
EUR/CHF 1.0321 +0.32%
USD/CHF 0.9668 -0.78%
EUR/USD 1.0675 +1.19%
Gold USD/Uz 1'849.50 +0.16%
Öl Brent 112.62 +0.00%
Bitcoin 30076.53 -0.62%

News Vorbörse Schweiz

UBS: Die Grossbank übernimmt in den USA Wealthfront. Der digitale Vermögensverwalter hat 470’000 Kunden und verwaltet Vermögen in der Höhe von mehr als 27 Mrd. $. UBS (UBSG 17.78 +3.19%) bezahlt für das Fintech aus Kalifornien 1,4 Mrd. $ in Cash. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Semester 2022 erwartet und muss noch von den Aufsichtsbehörden bewilligt werden.

SGS: Der Warenprüfkonzern SGS (SGSN 2'415.00 -0.08%) hat 2021 seinen Umsatz und das Ergebnis im Vergleich zu 2020 gesteigert und die Konsenserwartungen damit in etwa erreicht. Das Niveau von vor der Coronakrise wurde allerdings noch nicht wieder erreicht. Der Umsatz stieg um rund 14% auf 6,41 Mrd. Fr. Das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis wuchs um 17% auf rund 1 Mrd. Fr. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 16,5%. Der unbereinigte Gewinn kam bei 655 Mio. Fr. zu stehen. 2020 waren es 480 Mio. Fr. SGS belässt die Dividende unverändert bei 80 Fr. pro Aktie. (Lesen Sie hier mehr.)

Givaudan: Der Aroma- und Riechstoffspezialist Givaudan (GIVN 3'569.00 +1.74%) beteiligt sich an Nanovetores Group aus Brasilien. Er übernimmt von einer Investmentgesellschaft 48% der Aktien, zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Das Unternehmen aus dem Süden von Brasilien ist vor allem für die Entwicklung von Inhaltsstoffen für Kosmetika bekannt. Givaudan baut damit ihr Active-Beauty-Geschäft aus. (Lesen Sie hier mehr.)

Bucher: Der Industriekonzern hat 2021 von einer ausserordentlich starken und unerwarteten Dynamik auf dem Markt profitiert. Der Umsatz stieg im Berichtsjahr um 16% auf 3,18 Mrd. Fr. Der Auftragseingang verzeichnete ein Wachstum von 39% und kam bei 3,95 Mrd. Fr. zu stehen. Bucher (BUCN 338.20 +1.20%) hat den Gewinn noch nicht veröffentlicht, prognostiziert aber eine Steigerung der Betriebsgewinnmarge über den Zielwert von 10%. Entsprechend werde das Konzernergebnis markant steigen. Für das laufende Jahr erwartet der Maschinenhersteller jedoch eine Abschwächung der Nachfrage auf sehr hohem Niveau. (Lesen Sie hier mehr.)

Liechtensteinische Landesbank: Die LLB (LLBN 49.55 -0.70%) will die Bank Linth (LINN 580.00 +0.00%) vollständig übernehmen. Dem Geldhaus gehörten bislang 75% der Regionalbank. Nach dem Kauf soll die Bank Linth dekotiert werden. Die Aktionäre sollen pro Bank-Linth-Aktie entwender fünf LLB-Titel plus 323 Fr. in bar erhalten oder 600 Fr. Cash pro Aktie. Der Verwaltungsrat der Bank Linth hat dem Angebot bereits zugestimmt. Geplant ist, dass der Prospekt am 25. Februar veröffentlicht wird.

Bellevue: Der Finanzdienstleister hat 2021 den Gewinn nach ersten Schätzungen deutlich gesteigert. Um 93% auf 43,1 Mio. Fr. stieg der Konzerngewinn. Die verwalteten Vermögen stiegen Ende Dezember um 6% auf 12,8 Mrd. Fr. Die Dividende für 2021 erhöht Bellevue (BBN 34.70 -0.57%) deswegen auf 2.70 Fr. pro Aktie. Im Vorjahr waren es noch 1.50 Fr. plus eine Sonderdividende von 2.50 Fr. pro Titel aufgrund des Verkaufs der Bank am Bellevue.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 27.01.2022

Wichtige Ereignisse
vom 27.01.2022

Schweiz
06:00   Bucher: Umsatz/Auftragseingang 2021
06:30   SGS: Ergebnis 2021 (Conf. Call 14.00 Uhr)
08:00   BAZG: Aussenhandel/Uhrenexporte Dezember/Gesamtjahr 2021
09:30   Hug AG: Jahres-MK (online)
11:00   Schwyzer KB: BMK 2021, Schwyz
Sonstige Termine
FuW-Forum Vision Bank - Vision Finanzplatz Schweiz, Zürich
Prozess Pierin Vincenz u.a. (3. Tag)
Schweizer Finanzmesse FINANZ'22 (inkl. 20.1.)
Seca: Swiss Venture Capital Report 2022 (08.00 Uhr)
International
TERMINE UNTERNEHMEN
07:00 DEU SAP, Jahreszahlen (detailliert) (10:00 h Online-Pk, 14.00 h Call
Analysten)
07:00 DEU Sartorius, Jahreszahlen (9.00 h Online-Pk)
07:00 DEU Software, Jahreszahlen (Call 9.30 h)
07:00 DEU DWS, Jahreszahlen (detailliert)
07:00 DEU Deutsche Bank, Jahreszahlen (10:00 h Online-Pk, 13.00 h Call
Analysten)
07:00 SWE Skandinaviska Enskilda Banken, Jahreszahlen
08:00 GBR Diageo, Halbjahreszahlen
08:00 GBR Anglo American, Q4-Umsatz
08:00 GBR Easyjet, Q1 Trading Update
08:30 FIN UPM Kymmene, Jahreszahlen
11:00 DEU Sparda-Bank Hessen, Bilanz-Pk
12:00 USA Dow, Q4-Zahlen
13:00 USA McDonald's, Q4-Zahlen
14:00 USA Mastercard, Q4-Zahlen
17:45 FRA LVMH, Jahreszahlen
22:00 USA Mondelez, Q4-Zahlen
22:05 USA Visa, Q1-Zahlen
22:30 USA Apple, Q1-Zahlen
TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE
GBR: 3i Group, Q3-Umsatz
SWE: SEB, Jahreszahlen
USA: Valero Energy, Q4-Zahlen
USA: Comcast, Q4-Zahlen
USA: Southwest Airlines, Q4-Zahlen
USA: International Paper, Q4-Zahlen
USA: Stryker, Q4-Zahlen
USA: Blackstone, Q4-Zahlen
USA: Danaher, Q4-Zahlen
USA: Nucor, Q4-Zahlen
USA: Northrop Grumman, Q4-Zahlen
USA: United States Steel, Q4-Zahlen
USA: ResMed, Q2-Zahlen
TERMINE KONJUNKTUR
07:00 JPN Maschinenwerkzeugaufträge 12/21 (endgültig)
08:00 DEU Umsatzentwicklung der gewerblichen Wirtschaft (experimenteller
Frühindikator) 12/21
08:00 DEU GfK-Verbrauchervertrauen 02/22
09:00 ESP Arbeitslosenquote Q4/21
14.30 USA Auftragseingang langlebige Güter 12/21 (vorab)
14:30 USA BIP Q4/21 (1. Schätzung)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Privater Konsum Q4/21 (vorab)
16:00 USA Schwebende Hausverkäufe 12/21
- Sonstige Termine
09:30 LUX EuGH-Gutachten zur Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von
Passagierdaten
09:30 DEU Fortsetzung Prozess gegen vier Angeklagte im VW-Abgasskandal wegen
des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmässigen Betrugs
10:00 DEU Bundesgerichtshof urteilt zur Klarnamenpflicht auf Facebook
10:00 DEU Jahres-Pk Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
online
10:00 DEU Jahres-Pk IG Metall u.a. zur Mitgliederentwicklung und Finanzen
10:30 BEL Jährliche Pressekonferenz der Europäischen Investitionsbank
11:00 DEU Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft - Jahreszahlen
+ 11.00 virtuelle Pk mit Bilanz auch des DLR
11:30 DEU Bundestag
+ 15.00 Schlussberatung und Verabschiedung des Nachtragshaushalts 2021
+ weitere Debatte u.a. zu: Ukraine-Konflikt, Zukunft Europas, deutsche
G7-Präsidentschaft, Ernährungspolitik, Corona-Impfpflicht, 20 Jahre Guantánamo
12:30 DEU Offizieller Produktionsstart des ID.5 von Volkswagen, Zwickau
14:00 DEU Bundesgerichtshof urteilt zur Verjährungsfrist bei Dieselverfahren
GBR: Ausblick des Branchenverbandes SMMT auf die britische Autoindustrie

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

An den Anleihenmärkten haben die Anleger im Gegensatz zu den Aktienmärkten gelassener auf die neue geopolitische Risikolage reagiert. Seit dem Wochenende hatten die Regierungen der USA und Grossbritanniens gegenüber Russland eine scharfe Drohkulisse aufgebaut: teilweise auch mit fragwürdigen Geheimdienstberichten sowie Briefings über Sanktionen für den Fall eines russischen Einmarsches in der Ukraine.

Die Verunsicherung bereitete sich zu Beginn der Woche aber vor allem an den Aktienbörsen aus. Die warteten ohnehin schon vorsichtig auf neue Signale der US-Notenbank Federal Reserve zur künftigen Geldpolitik bei der Sitzung, die bis Mittwoch dieser Woche anhielt. Während die Aktienkurse im Verlauf der Handelstage seit Montag stark schwankten, war davon bei Anleihen oder dem Franken eher wenig zu spüren, auch wenn diese Anlagen wie üblich als sicherer Hafen gefragt waren.

Kurzzeitig wurde die Schweizer Devise am Montag so teuer, dass ein 1 € nur noch 1.03 Fr. kostete. Aber dann liess der Aufwertungsdruck auch schnell wieder nach. Am Mittwoch lag der Kurs wieder bei 1.0382 Fr. Bei Staatsanleihen aus Deutschland und der Schweiz gaben die Renditen (10 Jahre) kurzzeitig nach, um dann seit Dienstag auch wieder zu steigen.

Zudem nahmen Investoren an den Zinsmärkten unverändert bis kurz vor der Fed-Sitzung vier Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres vorweg. Von der EZB wird der erste Schritt um 0,10 Prozentpunkte im Oktober erwartet, was klar ihrem geldpolitischen Ausblick entgegensteht. Damit richtet sich der Blick auch schon auf die EZB-Sitzung in der nächsten Woche, wo die Währungshüter verbal auf die Zinserwartungen reagieren könnten.