Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste am Mittwoch 0,8% auf 32’910,9 ein, der marktbreite S&P 500 gar 1,1% auf 4115,8. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,8% auf 12’615,1. Viele Anleger sorgen sich weiterhin um die Effekte der hochgeschossenen Inflation auf Konjunktur und Gewinnperspektiven der kotierten Unternehmen.

Aufgefallen sind die Papiere des Medikamentenherstellers Novavax (+5,4%). Am Vortag war der Handel eingestellt. Nun hat die Arzneimittelbehörde eine Notfallzulassung des Coronaimpfstoffs von Novavax (NVAX 57.15 +11.12%) ausgestellt.

Die Aktien des Streamingdiensts Netflix zogen 2,1% an. Im Markt kursierten Gerüchte, Netflix werde den Konkurrenten Roku (+9,1%) übernehmen.

In andere Richtung wirkten Spekulationen um den Vermögensverwalter State Street (–5,4%). Er erwäge eine Kaufofferte für die problembehaftete Schweizer Grossbank Credit Suisse, wurde an der Börse herumgeboten. Ganz offensichtlich befürchten viele Anleger in einer solchen Konstellation mehr Gefahren als Chancen.

Die Terminkontrakte auf den S&P 500 deuten mit einem Anstieg um 0,1% eine stabile Marktlage an für den Handelsbeginn in den USA später heute. Für die europäischen Börsen weist die Einbusse des Futures Euro Stoxx 50 um 0,5% darauf hin, dass hier die Aktienkurse mehrheitlich nachgeben werden.

Asien

In Fernost üben sich die Aktienanleger am Donnerstag in Vorsicht. Heute stehen Entscheide der EZB zur weiteren Steuerung der Geldpolitik im Euroraum an.

Der japanische Standardindex Nikkei 225 steht zwar 0,4% im Plus. Doch in China geben die Börsen nach, nicht zuletzt wegen Nachrichten über verschärfte behördliche Massnahmen gegen die Verbreitung von Corona. Der Shanghai Composite verliert 0,5%, der Hongkonger Aktienindex Hang Seng 0,2%. In Südkorea fällt der Kospi ebenfalls o,2%.

SMI 10'770.40 +0.27%
Euro Stoxx 50 3'448.31 -0.19%
DAX 12'813.03 +0.23%
Stoxx US 500 293.18 +1.13%
Nikkei 225 25'935.62 -1.73%
EUR/CHF 1.0005 -0.01%
USD/CHF 0.9590 -0.02%
EUR/USD 1.0430 -0.50%
Gold USD/Uz 1'811.10 +0.22%
Öl Brent 111.42 +2.02%
Bitcoin 19234.57 -0.08%

News Vorbörse Schweiz

Schaffner: Der Hersteller von Elektrokomponenten bekräftigt vor dem heutigen Investorentag seine Mittelfristziele. Aus eigener Kraft will er um jährlich mehr als 5% wachsen. Dazu kommen ergänzende Zukäufe in Zielmärkten. Künftig will sich Schaffner (SAHN 297.00 +2.41%) auf ihr Kerngeschäft EMV-Filterlösungen konzentrieren sowie magnetischen Komponenten für wachstumsstarke Industrien und E-Mobilität. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern erhält die Zulassung in den USA für den CGP-Test. Dieser erlaubt es, Patienten zu identifizieren, die für eine Behandlung mit dem Krebsmittel Rozlytrek in Frage kommen. Mit dem CGP-Test kann Angaben von Roche zufolge das Tumorgewebe untersucht werden, um einen molekularen «Fingerabdruck» des Tumors zu identifizieren. (Lesen Sie hier mehr.)

VT5: Die Spac-Mantelgesellschaft verfügt aus ihrem Börsengang über Mittel in der Höhe von 198 Mio. Fr. Ihre Investorenbasis sei stabil. Die Suche nach Kaufobjekten laufe, teilte VT5 (VT5 9.45 +0.00%) anlässlich der Veröffentlichung ihres Halbjahresberichts am Donnerstag mit. Angesichts des schwierigen Marktumfelds rechnet sie damit, dass die Attraktivität eines Börsengangs via Spac für Unternehmen steigt. Im Dezember war die Mantelgesellschaft als erste Schweizer Spac an die Börse gegangen. Die sogenannten Special Purpose Acquisition Companies sammeln via IPO Geld ein und gehen dann auf die Suche nach einer Firma, die gekauft werden kann. VT5 will sich auf Technologieunternehmen aus Europa konzentrieren. (Lesen Sie hier mehr.)

Swisscom: Der Telecomanbieter muss die Busse im Pay-TV-Verfahren bezahlen. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Busse der Wettbewerbskommission Weko bestätigt. Dabei ging es um Sportrechte. Verhängt wurde die Busse im Umfang von 71,8 Mio. Fr. 2016. Swisscom (SCMN 525.40 -0.38%) prüft nun einen Weiterzug. Die Busse werde aber den operativen Gewinn auf Stufe Ebitda im zweiten Quartal belasten. Die Ziele für das Gesamtjahr belässt der Telecomkonzern aber unverändert.

Santhera: Das Biotech-Unternehmen hat den Zeitplan für die Zulassung seines Mittels Vamorolone in den USA bestätigt. Der Antrag für das Mittel, das zur Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) verwendet wird, soll noch im Juni eingereicht werden, teilte Santhera (SANN 0.8420 -5.18%) am Donnerstag mit. Die US-Zulassungsbehörde will Vamorolone eine beschleunigte Zulassung erteilen. (Lesen Sie hier mehr.)

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 09.06.2022

Wichtige Ereignisse
vom 09.06.2022

SCHWEIZ:  
07:00   VT5: Ergebnis H1 2021/22
10:00   MK Seco zu Bericht "Flankierende Massnahmen 2021 etc.", Bern
Sonstige Termine
EPH: GV (11.00 Uhr), Zypern
Schaffner: Capital Markets Day, Luterbach
INTERNATIONAL:  
Termine Unternehmen
07:00 DEU Heidelberger Druckmaschinen, Jahreszahlen
08:00 GBR Tate & Lyle, Jahreszahlen
08:00 GBR British American Tobacco, Pre-Close Trading Update
10:00 DEU Brenntag, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Traton SE Hauptversammlung (online)
10:00 DEU DWS, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Gigaset, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Instone Real Estate, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Auto1 Group, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Heidelberger Druckmaschinen, Bilanz-Pk
10:00 DEU Envia Tel GmbH, Bilanz-Pk (online)
11:00 DEU Beiersdorf, Capital Markets Day
17:00 USA Salesforce, Hauptversammlung
- Ohne genaue Zeitangabe
USA: AMD, Analyst Day
Termine Konjunktur
CHN: Handelsbilanz 05/22
06:30 NLD Verbraucherpreise 05/22
08:00 DEU Arbeitskostenindex Q1/22
08:00 DEU Lkw-Maut-Fahrleistungsindex (Deutschland, Bundesländer und
grenzüberschreitende Fahrten) 05/22
12:00 IRL Verbraucherpreise 05/22
13:45 EUR EZB Zinsentscheid (14.30 h Pk mit Notenbank-Präsidentin Lagarde)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Anleger schauen diese Woche auf die Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB). Es wird erwartet, dass die Währungshüter wichtige Entscheidungen über die anstehende Zinswende in den Sommermonaten fällen werden. Zuletzt hatte der Preisschub im Euroraum immer stärker auf Güter und Dienstleistungen übergegriffen, die nicht mit Energie und Nahrungsmitteln zu tun haben. Ohne diese Elemente legte die Kernrate der Inflation im Mai erheblich zu: von 3,5% auf 3,8%.

Aktuell ist davon auszugehen, dass die EZB mindestens ihre Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte im Juli und September auf 0% anhebt. Doch auch eine Zinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte auf einer der beiden Sitzungen dürfte noch lange nicht vom Tisch sein. Dies dürfte auch davon abhängen, ob Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale auftreten. Bis zuletzt gab es dafür aber keine Anzeichen. Dies gilt auch für die Tarifabschlüsse, die erst in den nächsten Jahren gelten werden.

Interessant wird auch sein, ob EZB-Chefin Christine Lagarde mehr Details zu einem möglichen Notprogramm für Länder wie Italien oder Spanien ankündigen wird. Im Zuge der steigenden Zinsen, so die Furcht im EZB-Rat, könnten die Risikoaufschläge (Spreads) für die Regierungen unkontrolliert zu stark steigen. Die EZB könnte dann wieder mit Anleihenkäufen reagieren, wobei sie sich wohl verpflichten würde, die Papiere sehr schnell wieder zu verkaufen. Zudem könnte es Bedingungen geben, die an die Reformpläne des EU-Coronafonds Next (NXTl 59.70 +1.53%) Generation EU gekoppelt sind.

Derzeit liegen die Aufschläge für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien gegenüber dem Referenzwert des Tagesgeldsswaps (OIS) rund 0,50 Prozentpunkte über dem Niveau vom Jahresbeginn. Mit rund 1,65 Prozentpunkten ist das Niveau allerdings noch lange nicht gefährlich. In der ersten Hälfte 2019 lag der Spread bei mehr als 2 Prozentpunkten. Die Renditen auf deutsche Bundesanleihen (10 Jahre) haben sich bei mehr als 1,30% eingependelt, das sind gut 0,40 Prozentpunkte unter dem Swapsatz. Die Pendants aus der Schweiz rentieren jetzt bei mehr als 1%.