Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

Die amerikanischen Börsen entwickelten sich am Mittwoch uneinheitlich. Der S&P 500 legte 0,1% auf 2708,64 zu, und der Nasdaq 100 gewann 0,3% auf 6833,21. Der Dow Jones Industrial verlor dagegen 0,2% auf 24’748,07.

Die Titel des IT-Riesen IBM sackten nach enttäuschenden Quartalszahlen 7,5% ab. Morgan Stanley schlossen trotz eines Rekordgewinns unverändert. 

Aufwärts ging es für die Fluggesellschaft United Continental (+5%), die einen Anstieg der Ticketpreise in Aussicht stellte. Davon profitierte auch die Konkurrenz: Die Aktien von American Airlines legten mehr als 4% zu.

Die Valoren der Logistik- und Eisenbahngesellschaft CSX kletterten 8% und erreichten ein neues Rekordhoch. Für den Online-Marktplatz eBay ging es dank eines positiven Analystenkommentars 2,8% nach oben.

Der festere Ölpreis verhalf den Energieschwergewichten Chevron (+1,9%) und ExxonMobil (+1,1%) zu Avancen. Spitzenreiter im Dow waren die Aktien von Home Depot (+2,8%).

In Asien tendierten die Aktienmärkte mehrheitlich fester. In Tokio legte der Nikkei knapp 0,4% zu. In Hongkong gewann der Hang Seng Index mehr als 1%. Der Shanghai Composite avancierte ebenefalls rund 1%.


News Vorbörse Schweiz

UBS: Die Grossbank UBS (UBSG 17.12 1.09%) verlangt neu auch von Schweizer Kunden einen Nachweis der Steuerehrlichkeit. Im Visier stehen Personen, die entweder ein Nummernkonto haben, die Post banklagernd wünschen oder wirtschaftlich Berechtigte einer Offshore-Struktur sind, wie «Finanz und Wirtschaft» erfahren hat. (Lesen Sie hier mehr)

Nestlé: Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (NESN 75.4 0.21%) hat im ersten Quartal den Umsatz auf 21,3 Mrd. Fr. (+1,4%) gesteigert. Das organische Wachstum lag bei 2,8%, nach 2,3% im Vorjahr. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen übertroffen. (Lesen Sie hier mehr)

Novartis: Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 77.28 -1.93%) hat im ersten Quartal den Umsatz auf 12,7 Mrd. $ (+10%) gesteigert. Der Gewinn stieg auf fast 3 Mrd. $ (+11%). Damit hat das Unternehmen die Erwartungen erfüllt. Ebenfalls teilte es die Zusammenarbeit seiner Tochter Sandoz mit der US-Biotech-Gesellschaft Pear Therapeutics mit. (Lesen Sie hier mehr)

Credit Suisse und UBS: Die Grossbanken Credit Suisse (CSGN 16.115 0.66%) und UBS sollen laut Nachrichtendienst Bloomberg Gespräche über die Zusammenlegung von Backoffice-Funktionen führen. Konkret handle es sich um Bereiche wie Handelsabwicklung oder Compliance.

ABB: Der Industriekonzern ABB (ABBN 23.6 4.56%) hat im ersten Quartal den Umsatz auf 8,6 Mrd. Fr. (+10%) gesteigert. Der Gewinn sank hingegen auf 572 Mio. Fr. (–21%), da positive Einmaleffekte ausblieben. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen übertroffen. (Lesen Sie hier mehr)

Panalpina: Der Logistiker Panalpina (PWTN 124.6 -2.5%) hat im ersten Quartal den Umsatz auf 1,4 Mrd. Fr. (+11%) gesteigert. Der Gewinn stieg auf 16,6 Mio. Fr. (+34%). Damit hat die Gesellschaft die Erwartungen übertroffen. Sorgenkind und weiterhin in den roten Zahlen ist hingegen der Bereich Seefracht. (Lesen Sie hier mehr)

Idorsia: Das Biotech-Unternehmen Idorsia (IDIA 23.42 -0.76%) weist für das erste Quartal wie erwartet einen Verlust aus. Das Minus beläuft sich auf 79 Mio. Fr. Unverändert rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsaufwand von 390 Mio. Fr.

GAM: Der Vermögensverwalter GAM (GAM 16.45 2.49%) konnte im ersten Quartal die verwalteten Kundengelder auf 162,3 Mrd. Fr. (+2,3%) steigern. Der Gesellschaft floss Nettoneugeld von 6 Mrd. Fr. zu. Damit hat sie die Erwartungen übertroffen. (Lesen Sie hier mehr)

Sulzer: Der Industriekonzern Sulzer (SUN 115.6 2.85%) hat im ersten Quartal den Bestelleingang auf 900,2 Mio. Fr. (+18,8%) gesteigert. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Die US-Sanktionen dürften es einmalig rund 10 Mio. Fr. kosten.

Vontobel: Der Vermögensverwalter Vontobel (VONN 63.65 5.64%) hat laut CEO Zeno Staub ein starkes erstes Quartal hinter sich. Die verwalteten Vermögen stiegen 2,8 Mrd. Fr. auf rekordhohe 189,4 Mrd. Fr. (Lesen Sie hier mehr)

Temenos: Der Bankensoftwarehersteller Temenos (TEMN 118.9 0.59%) hat im ersten Quartal den Umsatz auf 171,9 Mio. $ (+15%) gesteigert. Der Gewinn auf Stufe Ebit stieg um ein Drittel auf 36,4 Mio. $. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen übertroffen. (Lesen Sie hier mehr)


Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

SMI-Markttechnik: Technische Grenzen beachten

Zur Wochenmitte wirkte es kurz, als könnte der Swiss Market Index nach oben ausbrechen  – dann holte ihn die Realität ein. Lesen Sie hier mehr.»


Ausblick Zinsen und Devisen

Die Schwäche des Dollars ist auch Profis ein Rätsel, widerspricht die Wechselkursentwicklung doch jeder Lehrbuchlogik. Für Lukas Daalder, Anlagechef von Robeco, wirken bei dem Pänomen unterschiedliche Faktoren zusammen. Und da es mehrere Erklärungsmöglichkeiten gebe, werde es ziemlich schwierig, die weitere Entwicklung des Dollarkurses zu prognostizieren.

Die finanzpolitischen Stimuli von US-Präsident Trump hätten in Verbindung mit Zinserhöhungen und kräftigem Wachstum den Dollar eigentlich stärken sollen. Stattdessen hat er sich gegen andere Währungen abgewertet. Laut Daalder zeigt sich die Schwäche des Dollars am Verhältnis des Abstands der zweijährigen Zinsen zwischen den USA und Deutschland und des Euro-Dollar-Wechselkurses. Bis Anfang 2017, als Trump sein Präsidentenamt antrat, habe zwischen beiden Parametern eine relativ ausgeprägte Korrelation bestanden, erinnert Daalder.

Seitdem divergiere die Entwicklung deutlich. Den Lehrbüchern zufolge müsste eine Verschärfung der Geldpolitik, verbunden mit einer expansiven Finanzpolitik und Handelsbeschränkungen, die eigene Währung stärken – und nicht schwächen. Der Dollar unter Präsident Trump ignoriere offensichtlich das nach den Lehrbüchern zu erwartende Ergebnis, stellt der Anlagespezialist von Robeco fest.

Er sieht mehrere Möglichkeiten, die der Erwartung zuwiderlaufende Entwicklung zu erklären. Die erste ist das Handelsdefizit der USA. Es werden mehr Dollar im Ausland ausgegeben als im eigenen Land verdient, was logischerweise die US-Währung schwächt. Ein zweiter Ansatz argumentiert mit der Kaufkraftparität. Anfang 2017 war der Dollar die am stärksten überbewertete Leitwährung. «Möglicherweise haben wir es also nur mit einer Korrektur zu tun», vermutet Daalder.

Er verweist auch darauf, dass das Nachlassen der politischen Sorgen in Europa den Euro gestärkt habe. Als weitere Erklärung kommt für Daalder ein Verlust des Vertrauens in die Weltmachtstellung der USA nach der Wahl Trumps in Betracht. Wie meistens dürften alle genannten Erklärungsmöglichkeiten ein Stück weit zutreffen.

«All diese Argumente sollten deutlich machen, dass es ziemlich schwierig ist, die weitere Entwicklung des Dollars zu prognostizieren», unterstreicht Daalder. Faktoren wie Aussenhandel, Bewertung, Geldmarktzinsen, Investitionsströme, Politik, Vertrauen könnten alle jahrelang weitgehend ignoriert werden – nur um später ganz plötzlich in den Mittelpunkt zu rücken. Das «sprunghafte Verhalten eines der Hauptakteure» (Trump) erschwere verlässliche Vorhersagen zusätzlich.