Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der Wallstreet geht die Luft aus. Wie schon am Vortag schloss der Dow Jones auch am Donnerstag etwas schwächer bei 24’664,9 (–0,34%), der S&P 500 gab 0,57% auf 2693,1 nach. Sorgen bereiten den Anlegern vor allem Technologiewerte. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor denn auch 0,85% auf 6774,9. Apple gaben nach schwachem Umsatzausblick 2,83% nach. Befürchtungen eines Rückgangs der Smartphone-Nachfrage beim iPhone-Hersteller machten sich daraufhin im ganzen Chipsektor breit. Micron, Qualcomm oder Texas Instruments verloren bis zu 5%.

Philip Morris bescherte die nachlassende Zigarettennachfrage einen schwachen Quartalsumsatz und einen Kurseinbruch um fast 16%. Procter & Gamble verloren mehr als 4%. Der Konsumgüterkonzern will das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten der deutschen Merck für 3,4 Mrd. € übernehmen.

Bei Alcoa (+1,4%) ging die von den US-Sanktionen ausgelöste Rally verlangsamt weiter. Der Aluminiumhersteller hat die Erwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen und hebt sein Gewinnziel für das Geschäftsjahr an. American Express setzten sich im Dow Jones mit einem Kurssprung von 7,6% an die Spitze. Der Kreditkartenanbieter ist mit einem kräftigen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Amazon zogen fast 2% an. Der Internetgigant hat nach eigenen Angaben inzwischen weltweit mehr als 100 Mio. zahlende Kunden für seinen Aboservice Prime.

Asien

An den asiatischen Börsen überwiegen am Freitag die Kursverluste. Auch hier sind es vor allem Technologiewerte, die Sorgen bereiten. Der enttäuschende Ausblick von Taiwan Semiconductor schürt Befürchtungen einer nachlassenden Nachfrage nach Mobiltelefonzubehör.

Am frühen Nachmittag (Ortszeit) tendieren Topix und Nikkei in Tokio kaum verändert. Der MSCI Asia Pacific gibt 1,4% nach. In Hongkong notiert der Hang Seng 0,5% leichter, Chinas Leitindex CSI 300 liegt 1,1% unter Vortag. Der südkoreanische Kospi verliert 0,4%, der australische S&P/ASX 200 gibt 0,2% ab.


News Vorbörse Schweiz

UBS: Die Grossbank UBS (UBSG 17.2 0.47%) betreibt ihr grenzüberschreitendes westeuropäisches Vermögensverwaltungsgeschäft offenbar ab Juni aus der Schweiz heraus. Dies geht aus einem internen Memo hervor, das der Agentur Reuters vorliegt. Aus regulatorischen Gründen werden zwei Einheiten geschaffen, eine für Nordeuropa und eine für Südeuropa. Das lokale Geschäft ist demnach nicht betroffen. (Lesen Sie hier mehr.)

Raiffeisen: Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für Raiffeisen Schweiz von stabil auf negativ gesenkt. Das Kreditrating lautet weiterhin Aa2. Als Grund nennt Moody’s die Finma-Untersuchungen zur Corporate-Governance-Praxis der Bank. Raiffeisen erklärte in einer Mitteilung, der Ausblick könne nach Abschluss der Untersuchungen wieder geändert werden, zudem habe das Institut im Inland das höchste Moody’s-Rating für Banken ohne Staatsgarantie. (Lesen Sie hier mehr.)

Ceva Logistics: Der Logistikkonzern Ceva Logistics hat Details zum geplanten Börsengang veröffentlicht. Er soll am 4. Mai stattfinden, als Preisspanne werden 27.50 bis 52.50 Fr. pro Aktie genannt. Das Unternehmen strebt eine totale Marktkapitalisierung von 1,5 bis 1,8 Mrd. Fr. an. Die CMA-CGM-Gruppe soll Grossaktionär (mit knapp 25%) in einer gleichzeitigen Privatplatzierung werden. Für das erste Quartal 2018 erwartet der Börsenaspirant ein Umsatzplus von 5,3% (konstante Wechselkurse) und einen bereinigten Ebitda von etwa 65 Mio. $, knapp ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. (Lesen Sie hier mehr.)

Implenia: Der Baukonzern Implenia (IMPN 76.2 1.67%) erstellt als Totalunternehmerin das Parking Kunstmuseum unter dem St.-Alban-Graben in Basel. Bauherrin ist ein Fonds der Credit Suisse (CSGN 16.19 0.47%). Das Auftragsvolumen beträgt mehr als 40 Mio. Fr.

Inficon: Das Technologieunternehmen Inficon (IFCN 625 3.99%) hat den Umsatz im ersten Quartal 2018 ein Viertel auf 110,7 Mio. $ gesteigert. Organisch betrug der Zuwachs 19%. Der Betriebsgewinn erreichte 24,6 Mio. $ (+18%), was einer Marge von 22% entspricht, und der Gewinn 18,7 Mio. $ (+44%). Für das Gesamtjahr erwartet die Gesellschaft rund 400 Mio. $ Umsatz und 19% Betriebsmarge. (Lesen Sie hier mehr.)

BB Biotech: Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (BION 65.5 -0.83%) weist für das erste Quartal 2018 einen Gewinn von 28 Mio. Fr. aus, nach 375 Mio. Fr. im Vorjahreszeitraum. Hintergrund sind zurückhaltendere Investoren in einem volatileren Marktumfeld. Für den weiteren Geschäftsverlauf äussert sich die Gesellschaft zuversichtlich. (Lesen Sie hier mehr.)

Alpine Select: Die Investmentgesellschaft Alpine Select (ALPN 16.7 0.6%) weist gemäss Geschäftsbericht für 2017 einen Gewinn von 32,4 Mio. Fr. aus und damit dreimal so viel wie im Vorjahr.


Vorbörsenkurse von Julius Bär

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Ausblick Unternehmen

In der nächsten Woche nimmt die Berichterstattung über das erste Quartal Fahrt auf. Dazu gehören ein paar detaillierte Jahresabschlüsse 2017 sowie mehrere Generalversammlungen.

Am Montag steht der Erstquartalsbericht der UBS auf der Agenda. Für die Grossbank dürfte es schwer werden, den Erwartungen der Investoren zu genügen. Das Geschäft lief im Januar zwar sehr gut an, danach aber hat es sich verlangsamt. Über die Entwicklung in den ersten drei Jahresmonaten berichten auch die Glarner Kantonalbank sowie der Chiphersteller AMS. Bei Letzterem wird erwartet, dass er innerhalb seiner eigenen Prognose abgeschnitten hat, was u.a. einen Quartalsumsatz von 440 bis 490 Mio. $ erwarten lässt.

Am Dienstag präsentieren der Komponentenhersteller Phoenix Mecano und der Autozulieferer Adval Tech an Medien- und Analystenkonferenzen den detaillierten Jahresabschluss 2017, nachdem sie die wichtigsten Kennzahlen bereits im Februar resp. im März vorgelegt haben. Über das erste Quartal berichtet neben der Industriegruppe Feintool auch Kühne + Nagel: Der Frachtspediteur wird deutlich bessere Zahlen ausweisen als der kleinere Konkurrent Panalpina (PWTN 126.2 1.28%), der in den ersten drei Jahresmonaten knapp in den Erwartungen abgeschnitten hat.

Am Mittwoch präsentiert der Hedge-Fund-Anbieter LumX den Jahresabschluss 2017. Für den Quartalsabschluss der Credit Suisse gilt wie bei Konkurrentin UBS: Es bleibt wenig Raum für positive Überraschungen. Daneben präsentiert der Spezialchemiekonzern Clariant den Umsatz und den Ebitda für die ersten drei Jahresmonate.

Am Donnerstag dürfte der Pharmakonzern Roche gute Umsatzzahlen für das erste Quartal vorlegen. Der Fokus liegt vor allem auf den Fortschritten in der Krebsimmuntherapie. Dem Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller Schindler sollte angesichts des rekordhohen Auftragsbestands per Ende 2017 ein guter Start ins 2018 geglückt sein, besonderes Augenmerk gilt hier wie immer der Entwicklung im Hauptmarkt China. Darüber hinaus berichten der Zahnimplantathersteller Straumann, der Industriekonzern Bucher, das Biotech-Unternehmen Molecular Partners sowie die Schweizerische Nationalbank über die Entwicklung im ersten Quartal.

Am Freitag gibt der Finanzbroker Compagnie Financière Tradition Aufschluss über die Entwicklung in den ersten drei Monaten.