Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der US-Aktienmarkt hat nach wechselhaftem Handel am Donnerstag leichter geschlossen. Der Dow Jones Industrial gab 0,22% auf 24 714 nach, der S&P-500 verlor 0,09% auf 2720,1, der Nasdaq 100 fiel 0,41% auf 6901,6. Ansonsten blieben die steigenden US-Renditen im Fokus, die für Anleger immer attraktiver werden. Zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen auf über 3,1%. Neue US-Wirtschaftsdaten zeichneten derweil ein insgesamt recht solides Konjunkturbild.

Der Netzwerk-Spezialist Cisco enttäuschte mit seinem Ausblick (-3,8%). Walmart verloren fast 2%, nachdem sich im Online-Handel neue Konkurrenz ankündigt: Die Supermarktkette Kroger (+1,5%) hat sich beim britischen Online-Lebensmittelhändler Ocado beteiligt und will auf dessen Technologie-Plattform zurückgreifen. JCPenney sackten mehr als 12% ab, weil das Warenhausunternehmen im ersten Quartal die Erwartungen verfehlte und den Ausblick für das Gesamtjahr kürzte.

Ansonsten blieb der steigende Ölpreis ein starker Einflussfaktor und stützte die Energiewerte. Halliburton und Schlumberger legten 2,6% bzw. 1,8% zu. Wells-Fargo verloren 1,5%. Ein Medienbericht über vermeintliche Mitarbeitermanipulationen an Kundendokumenten belastete den Kurs der Bank.

Asien

Die asiatischen Börsen tendieren am frühen Freitagnachmittag (Ortszeit) überwiegend freundlich. Die japanischen Leitindizes Nikkei 225 und Topix sind 0,4% bzw. 0,3% vorgerückt. Der Hang Seng in Hongkong notiert 0,2% im Plus, Chinas Leitindex CSI 300 liegt gut behauptet. Der südkoreanische Kospi zeigt sich 0,3% fester, der Taiex in Taiwan kaum verändert. Eine Ausnahme macht die australische Börse, wo sich der S&P/ASX 200 leicht in der Verlustzone (-0,1%) bewegt.

China habe den USA angeboten, den Überschuss im Aussenhandel mit den USA durch verstärkte Importe von US-Gütern um jährlich 200 Mrd. $ zu reduzieren, meldet Bloomberg unter Berufung auf einen «Trump administration official», der anonym bleiben wolle. Das Angebot habe der chinesische Vizepremier Liu He in Washington unterbreitet.


News Vorbörse

Richemont I: Der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 93.8 -5.27%) hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende März) 3% auf 11,0 Mrd. € gesteigert. Das Betriebsergebnis legte 5% auf 1,84 Mrd. € zu. Der Gewinn verbesserte sich 1% auf 1,2 Mrd. €. Die Zahlen liegen teils deutlich unter den Analystenschätzungen. Lagerrückkäufe umfassten 203 Mio. € nach 278 Mio. € im Vorjahr. Als Dividende werden 1.90 Fr. je A-Aktie bzw. je 10 B-Aktien vorgeschlagen, knapp 6% mehr als im Vorjahr. (Lesen Sie hier mehr.)

Richemont II: Zudem kündigte Richemont an, dass Eric Vallat per Juni die neu geschaffene Funktion des Head of Fashion & Accessories Maison übernehmen wird. Vallat war unter anderem für Louis Vuitton Europe, Christian Dior und J.M. Weston tätig sowie in verschiedenen Funktionen für die Rémy Cointreau Group. Er wird an Jérôme Lambert, Chief Operating Officer, berichten. (Lesen Sie hier mehr.)

Novartis: Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 77 -0.82%) hat mit Partner Amgen (AMGN 176.3 0.94%) von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Migränemedikament Aimovig (Erenumab) erhalten. In der EU wird eine Zulassung des Medikaments derzeit geprüft. Novartis erwartet die Genehmigung in den kommenden Monaten. Analysten sprechen Aimovig Blockbusterpotenzial zu. (Lesen Sie hier mehr.)

Cosmo: Das Pharmaunternehmen Cosmo (COPN 126.9 6.1%) hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung erhalten, einen Zulassungsantrag für das Mittel Rifamycin einzureichen. Rifamycin ist ein Antibiotikum gegen Koloninfektionen. Die FDA hat das Datum für den Prescription Drug and User Fee Act (PDUFA) auf den 16. November 2018 gelegt. (Lesen Sie hier mehr.)

Bell: Der Fleischverarbeiter Bell steht kurz vor der Übernahme des Nahrungsmittelherstellers Hügli (HUE 914 0%). Während der am Donnerstag abgelaufenen Nachfrist wurden weitere Aktien angedient. Laut provisorischem Endergebnis kommt Bell auf 98,9% Prozent des Kapitals und 99,23% der Stimmrechte. Das definitive Endergebnis soll am 24. Mai veröffentlicht werden, der Vollzug ist für 25. Mai geplant.

HBM: Die Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare (HBMN 167.8 -0.36%) Investments hat im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende März) einen 15% tieferen Reingewinn von 115,9 Mio. Fr. erzielt. Die Aktionäre sollen dennoch 20% mehr Ausschüttung erhalten – 7 Fr., davon 5.50 Fr. aus der Kapitaleinlagereserve. Der Generalversammlung wird eine Nennwertreduktion um 30 Fr. auf 28.50 Fr. beantragt. (Lesen Sie hier mehr.)


Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Ausblick Unternehmen

Die kommende Woche hält diverse Generalversammlungen sowie Jahresabschlüsse von Unternehmen bereit, die ihr Geschäftsjahr per Ende März abschliessen.

Los geht es am Dienstag mit dem Jahresabschluss von Sonova. Vom Hörgerätehersteller wird eine zweistellige Umsatzwachstumsrate erwartet. Das Margenniveau des Vergleichsjahres dürfte gemäss Analystenschätzungen allerdings nicht mehr erreicht werden. Der Gewinn je Aktie wird 8 bis 9% höher gesehen. Inwiefern sich das Management zum geplanten Zusammenschluss von Sivantos und Widex äussert, wird sich weisen. Das Entstehen eines neuen Marktführers dürfte jedoch den Wettbewerbs- und mit ihm den Margendruck erhöhen.

Ebenfalls für Dienstag sind die Generalversammlungen der Berner Kantonalbank und des Elektroinstallateurs Burkhalter anberaumt.

Am Mittwoch folgen dann die Jahreszahlen des Elektronikkomponentenherstellers Lem. Bei ihm wird ebenfalls von zweistelligen Wachstumsraten ausgegangen, auch im Gewinn. Mit geschätzten gut 23% sollte die Ebitda-Marge das Niveau der vergangenen Jahre gehalten haben. Interessant wären Einschätzungen zur Elektromobilität, erachtet das Management diese doch als einen interessanten Markt mit guten Wachstumsaussichten.

Gleichentags wird Julius Bär mit dem Interim Management Statement einen kurzen Zwischenbericht für die ersten vier Monate des laufenden Jahres publizieren. Dazu finden die Generalversammlungen von Valiant, von Warteck Invest sowie von Poenia statt.

Für Donnerstag ist der Bericht zum Geschäftsjahr 2017/18 von Ypsomed angekündigt. Umsatz und Gewinn werden von Analysten deutlich über Vorjahr gesehen, der Umsatz rund 17%, der Gewinn je Aktie etwa 10%.

Interessant wird aber vor allem der (mittelfristige) Ausblick; hier besteht Klärungsbedarf. Am 2. März hatte CEO Simon Michel mit unbedachten Aussagen gegenüber Medien dazu einige Turbulenzen ausgelöst. Erst fünf Tage später meldete das auf Injektionssysteme spezialisierte Medtech-Unternehmen, für 2019/20 einen nicht näher bezifferten Gewinnrückgang zu erwarten, bevor dann eine «klare und langfristige Steigerung der Profitabilität» einsetzen werde.

Zudem hält am kommenden Donnerstag die Swatch Group ihre Generalversammlung ab. Auf dasselbe Datum terminiert sind die Aktionärstreffen von Zur Rose und von APG SGA sowie die von Compagnie Financière Tradition (CFT), Aevis und Varia US.