Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Newsticker

Weltweite Vermögen wachsen laut CS bis 2022 weniger stark als erwartet

(Meldung mit weiteren Details und Aussagen aus der Medienkonferenz ergänzt)

Zürich (awp) - Die Welt ist im letzten Jahr deutlich reicher geworden. Zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 haben die globalen Vermögen um 6,4% auf insgesamt 280 Billionen USD zugenommen. Am meisten zugelegt haben dabei neben den USA vor allem Schwellenländer wie China und Indien. Diese dürften auch bis 2022 nochmals stark zulegen, jedoch weniger als bisher erwartet.

"Wir erleben ein goldenes Zeitalter der Vermögensbildung", fasst Anthony Shorrocks, Managing Director bei Global Economic Perspectives und CS-Berater, den Bericht zusammen. Für die nächsten fünf Jahre zeigt sich der Entwicklungsökonom aber pessimistischer. Der aktuelle Anstieg der weltweiten Vermögen sei nämlich insbesondere auf die positive Entwicklung an den Aktienmärkten und gestiegene Immobilienpreise zurückzuführen. Diese Wertentwicklung sei aber mit Vorsicht zu geniessen, warnt er.

USA MIT GRÖSSTEM ZUWACHS

Von der aktuell guten Stimmung an den Finanzmärkten profitierten insbesondere die USA. Dort trug der Vermögenszuwachs von rund 10% oder 8,5 Billionen USD der weltweit insgesamt 16,7 Billionen mehr als die Hälfte zum neu hinzugekommenen Vermögen bei. Das gesamte US-Vermögen werde nun auf rund 93,6 Billionen USD geschätzt. Dies entspreche 33% des weltweiten Gesamtvermögens, wie dem am Dienstag publizierten Global Wealth Report 2017 zu entnehmen ist.

Aber auch in China und Indien sind die Vermögenswerte pro Erwachsenem mit +6,3% bzw. +9,9% deutlich gestiegen. Europa verbuchte ein Plus von 6,4%. In Afrika (+0,9%) und im Raum Asien-Pazifik ohne China (+0,7%) legten die Vermögen hingegen nur geringfügig zu.

Die Welt sei nicht nur absolut gesehen reicher geworden, sondern auch im Durchschnitt, da der Vermögenszuwachs höher ausgefallen sei als das Bevölkerungswachstum. Dies entspreche für die letzten zwölf Monate pro Erwachsenem einer Zunahme von 4,9% auf 56'540 USD.

SCHWEIZ ERNEUT WELTSPITZE

Gemessen am Reichtum pro Erwachsenem, bewege sich die Schweiz auch dieses Jahr an der Weltspitze. Im letzten Jahrzehnt habe sich das Vermögen um mehr als 40% erhöht, seit der Jahrtausendwende sogar um 130%. Genaue Zahlen für das letzte Jahr nennt die CS nicht. Der starke Anstieg sei hauptsächlich auf den seit der Jahrtausendwende viel stärkeren Franken zurückzuführen, wird betont.

In Franken gemessen betrage die Zunahme seit 2000 lediglich 35%, im Schnitt 1,8% pro Jahr. Über zwei Drittel der Schweizer Erwachsenen haben laut den Angaben ein Vermögen von mehr als 100'000 USD; 8,8% sind sogar USD-Millionäre.

WENIGER WACSHTUM ALS ERWARTET

Mit Blick in die Zukunft warnen die CS-Experten davor, dass die hohen Marktbewertungen und Immobilienpreise der bisherigen Prognose einer noch höheren Wachstumsdynamik einen deutlichen Dämpfer versetzen könnten. Vor allem für die Schwellenländer rechnen die Experten mit einem geringeren Wachstum als bisher, wie Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin Investment Strategy & Research bei der CS, erläutert.

Zwar dürfte laut neuer Prognose das weltweite Vermögen mit +3,9% jährlich in ähnlichem Tempo weiterwachsen wie in den letzten fünf Jahren. Ursprünglich gingen die Schätzungen bis 2022 aber von einem jährlichen Zuwachs von 5,4% aus.

Als Grund nennt Hechler-Fayd'herbe, dass in den nächsten fünf Jahren die weltweiten Schulden schneller wachsen könnten als das Finanz- und Sachvermögen. Konkret rechnet die CS damit, dass die weltweite Verschuldung der privaten Haushalte bis 2022 auf 15% des globalen Bruttovermögens ansteigen dürfte.

sta/rw