Newsticker

Roche-Präsident Franz spricht sich für Rahmenabkommen mit der EU aus

Zürich (awp) - Roche-Präsident Christoph Franz spricht sich klar für das Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU aus. Wie er im Interview mit Zeitungen von "CH Media" erklärt, unterstütze er es aus einer Roche-Perspektive.

"Für uns ist entscheidend, dass wir auch unter neuen Rahmenbedingungen ungehinderten Zugang zur EU haben", sagte Franz in dem am Montag veröffentlichten Interview. "Ich bin sehr zurückhaltend und skeptisch, ob die Schweiz durch allfällige Neuverhandlungen ein besseres Resultat erreichen wird." Stabile Beziehungen zur EU erreiche man am schnellsten, wenn man das Rahmenabkommen unterzeichne.

Auf die Frage, ob er die EU gegenüber der Schweiz als zu unnachgiebig erachte, verweist Franz auf die derzeitigen Brexit-Verhandlungen. Diese seien für die EU sehr wichtig. "Zudem will die Union verhindern, dass andere Mitgliedsstaaten dem Weg der Briten folgen könnten", ergänzt Franz. Das schränke den Spielraum der EU sehr stark ein. "Sie hat gerade zum jetzigen Zeitpunkt andere Interessen."

Erst vergangene Woche hatte auch Roche-CEO Severin Schwan anlässlich der Zahlenvorlage erklärt, dass es für Roche gute wäre, wenn das Rahmenabkommen angenommen würde.

Franz und Schwan auf einer Linie

Franz sprach in dem Interview vom Montag auch einmal mehr das Thema Medikamentenpreise und den Preisdruck in den USA an. Wie der Präsident betonte, sind die USA der mit Abstand grösste Markt für Roche. Daher sei der Pharmakonzern natürlich stark in die Gespräche über die Reformen des Gesundheitswesens und damit auch über die Preisfestsetzung von Medikamenten involviert. "Wir wollen mithelfen, Lösungsvorschläge für Probleme zu entwickeln, die im US-Gesundheitswesen bestehen", sagte Franz.

Gleichzeitig warnte er aber: "Dabei müssen wir aufpassen, dass diese Reformen es uns nicht verunmöglichen, im gleichen Masse in Forschung und Entwicklung zu investieren wie bisher."

Roche investiert aber nicht nur in Forschung und Entwicklung. Auch die Weiterbildung der Roche-Mitarbeiter steht weit oben auf der Prioritätenliste. Dabei machte Franz deutlich, dass er in puncto Digitalisierung und Globalisierung von "Angstmacherei" wenig hält. Es sei die Aufgabe des Unternehmens, den Wandel mitzugestalten und ihn sozial verträglich zu machen. "Dabei sollen möglichst alle Bevölkerungsgruppen mitgenommen werden."

hr/ys