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Aktien Schweiz: Schwergewichte bremsen - Sika nach Zahlen top

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am letzten Handelstag der Woche kurz vor dem Mittag wenig verändert. "Es ist sehr ruhig", sagte ein Händler am Freitag. Etwas auf der Stimmung lasten schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten in den USA. Zudem ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das Ifo-Geschäftsklima, im Februar auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2014 gefallen. Hoffnung geben hingegen Hinweise auf bedeutende Fortschritte bei den Handelsverhandlungen zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump wird laut Medienberichten am Freitag Chinas Vizepremier Liu He treffen.

Hierzulande belasten insbesondere die Schwergewichte, während Sika nach der Zahlenvorlage deutlich gesucht werden. Nach einer starken Vorwoche bewegt sich der SMI aktuell rund 80 Punkte über dem Stand vom vergangenen Freitag.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.00 Uhr um 0,14 Prozent tiefer bei 9'320,57 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die Schwergewichte weniger stark gewichtet sind, steigt hingegen um 0,15 Prozent auf 1'434,83 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum verliert um 0,15 Prozent auf 10'908,73 Punkte. Von den 30 Bluechips gewinnen 21 hinzu, sechs geben nach und drei sind unverändert.

Sika (+4,0%) legen deutlich zu, nachdem der Zuger Bauchemie- und Klebstoffkonzern mit Blick auf den Gewinn ein weiteres Rekordjahr hingelegt hat. Deutlich höhere Rohmaterialkosten fielen allerdings stärker als erwartet ins Gewicht, und gekostet hat auch die Beilegung des Übernahmestreits. Die höhere Dividende sei aber eine schöne Überraschung gewesen, heisst es im Handel. Ausserdem hätten die Sika-Aktien die Börsenkorrektur in den letzten Wochen nicht voll mitgemacht. Auch am Vortag waren Sika besonders schwach.

Bei den Luxusgütertiteln Swatch (+1,1%) und Richemont (+0,8%) unterstützen die optimistischeren Töne mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, einem wichtigen Markt für die Schweizer Konzerne.

Auch die SMI-Bankenwerte Julius Bär (+1,9%), UBS (+0,8%) und CS (+0,4%) holen nach der Schwäche vom Vortag am Freitag etwas auf. UBS hatten zuvor abgeben, nachdem am Mittwoch ein Gericht in Paris die Grossbank im Steuerstreit zu einer Rekordbusse verdonnert hatte. Am Freitag sagte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti, es sei noch zu früh für Aussagen, ob die Rückstellungen für Rechtsfälle nun erhöht würden. Die Dividende für 2018 sei derweil sicher und auch für die nächsten Jahre werde die Ausschüttungspolitik nicht geändert.

Die drei Schwergewichte belasten hingegen den Markt. So haben Nestlé (-0,8%) die Verluste mittlerweile klar ausgebaut. Auf das Sentiment drücken Milliardenabschreibungen bei Kraft Heinz auf den Wert vieler Marken. Der Rückgang der Nestlé-Aktie wird im Handel aber eher auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt, weil die Aktie so gut gelaufen ist. Seit der Zahlenvorlage Mitte Februar hatten Nestlé kontinuierlich zugelegt.

Auch die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,6%) gehören zu den Verlierern, während Roche mittlerweile unverändert notieren. Grösste Verlierer kommen mit Vifor (-1,2%) ebenfalls aus der Branche.

Am breiten Markt gewinnen zudem Cembra (+0,6%) etwas über dem Marktdurchschnitt. Die auf Konsumkredite spezialisierte Bank legte 2018 in allen ihren Sparten zu und erzielte einen Rekordgewinn. Stärkster Wachstumstreiber war wie üblich das Kreditkartengeschäft.

GAM (-0,9%) geben am Tag nach der Zahlenvorlage klar ab. Am Vortag wurde ein Verlust in Milliardenhöhe für das abgelaufene Geschäftsjahr bestätigt. Nachdem der Aktienkurs zunächst massiv verlor, erholte er sich im Laufe des Tages und stand am Schluss gar 0,8 Prozent im Plus. Der geschasste Investmentmanager Tim Haywood fühlt sich laut dem Newsportal "Finews" unterdessen unfair behandelt und will sich gegen seine Entlassung wehren. "Man hat mich zum Sündenbock gemacht", sagte der Fondsmanager. "Ich streite viele der Erkenntnisse ab und möchte zugleich festhalten, dass die meisten Vorwürfe fallen gelassen wurden."

ys/tt