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Helvetia steigert 2018 das Prämienvolumen im BVG-Geschäft

St. Gallen (awp) - Die Versicherungsgruppe Helvetia ist in der beruflichen Vorsorge gemessen an den Prämieneinahmen im vergangenen Jahr gewachsen. Die Gesellschaft sieht aber die zweite Säule in einer Systemkrise und fordert eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes.

Insgesamt nahm das Prämienvolumen 2018 um 2 Prozent auf 2,62 Milliarden Franken zu, wie Helvetia am Donnerstag mitteilte. Während dabei die sogenannten periodischen Prämien mit einem Zuwachs von 4 Prozent deutlich stiegen, nahmen die Einmaleinlagen lediglich um 0,9 Prozent zu.

Die Anzahl der Versicherten stieg um 4 Prozent auf 234'599. Die Zahl der Kollektivverträge blieb dagegen unverändert auf 17'498. Der Versicherer begründet die Stagnation bei den Kollektivverträgen damit, dass er angesichts der "realitätsfremden Rahmenbedingungen mit einem viel zu hohen Umwandlungssatz im BVG-Obligatorium" eine restriktive Zeichnungspolitik verfolgte.

Im Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, wurden die Guthaben des BVG-Obligatoriums mit dem Mindestzins von 1 Prozent verzinst. Den überobligatorischen Guthaben wurden 0,75 Prozent gutgeschrieben.

Die auf Basis der Marktwerte ermittelte Netto-Performance lag derweil mit 0,04 Prozent knapp im positiven Bereich. Neben der Aktienmarktentwicklung waren gemäss Mitteilung insbesondere die erhöhten Zinsaufschläge auf den Unternehmensanleihen für die Verschlechterung gegenüber 2017 verantwortlich.

Der Betriebsaufwand nahm im BVG-Geschäft der Helvetia im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf 103,4 Millionen Franken zu. Der Aufwand pro aktiv versicherte Person blieb dabei mit 477 Franken nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres (479 Fr.). Das Betriebsergebnis belief sich auf 54,1 Millionen, was 6 Prozent weniger als im Vorjahr war.

Senkung des Umwandlungssatzes gefordert

Bezogen auf den Ausblick zeichnet der Versicherer ein düsteres Bild. Die zweite Säule befinde sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der tiefen Zinsen in einer Systemkrise, schreibt Helvetia. Um diese Krise meistern zu können, sei eine Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes zwingend notwendig.

"Weiter muss ein Beitrag zur Finanzierung der Rentenumwandlungsverluste eingeführt werden. Eine Erhöhung der Altersgutschriften als Kompensationsmassnahme sollte zudem das Leistungsniveau sichern", sagt in der Mitteilung Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge Schweiz.

Die Helvetia rechnet zudem vor, dass es im letzten Jahr aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen in ihren Büchern zu einer "ungerechten und systemfremden" Umverteilung von aktiv Versicherten hin zu Rentenbezügern im Umfang von 160 Millionen Franken gekommen ist. Um diesem Effekt entgegenzutreten, hat Helvetia Massnahmen ergriffen. Dazu gehöre beispielsweise eine Umwandlungssatzsenkung mit Anrechnungsprinzip, hiess es.

sig/mk