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Aktien Schweiz: Atempause - Bankaktien unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Mittwoch nach einer kleinen Erholung am Vortag eine Atempause ein. Der Handelsstreit stimme die Anleger weiterhin vorsichtig, heisst es im Handel. Ein Medienbericht, demzufolge die USA erwägen, neben Huawei weitere chinesische Firmen auf ihre "schwarze Liste" zu setzen, verunsichere die Investoren.

Damit bleibe der Markt sehr stark von einzelnen Meldungen abhängig - oder den gefürchteten Tweets des US-Präsidenten Donald Trump. Die Reaktionen darauf können teils sehr heftig ausfallen, resümieren Börsianer. Zur Wochenmitte stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die für Bewegung sorgen könnten. Allerdings veröffentlicht die amerikanische Notenbank Fed am Abend nach Europaschluss ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Fachleute erhoffen sich Hinweise auf den geldpolitischen Kurs.

Der Swiss Market Index (SMI) sinkt gegen 11 Uhr um 0,02 Prozent auf 9'622,46 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zieht hingegen um 0,08 Prozent auf 1'489,99 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,10 Prozent auf 11'649,35 Zähler an. Bei den 30 Top-Werten kommen auf 16 Gewinner 14 Verlierer.

Die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (+3,0%) stechen aus dem verhalten tendierenden Gesamtmarkt hervor. Die am Vortag publizierten Jahreszahlen wirken nach und lösen positive Analystenvoten aus. Deutsche Bank wie Credit Suisse haben am Mittwoch das Kursziel für die Papiere und ihre Kaufempfehlungen bestätigt. Credit Suisse würde die Papiere bis 240 Franken kaufen, die Deutsche Bank gar bis 280 Franken. Die Papiere markierten in der Folge bei 225,60 Franken ein Rekordhoch.

Ebenfalls auf den Kaufzetteln stehen Gesundheitswerte wie Lonza (+1,1%) und Vifor (+0,9%), aber auch Technologiewerte wie AMS (+1,3%), Logitech (+0,7%) und Temenos (+0,9%).

Auch zyklische Papiere haben es den Anlegern angetan: SGS verteuern sich um 0,9 Prozent, Geberit um 0,7 Prozent, LafargeHolcim um 0,7 Prozent und Kühne+Nagel um 0,6 Prozent.

Am anderen Ende sinken Alcon nach einem zuletzt guten Lauf um 1,3 Prozent. Wenig Bewegung ist in den defensiven Schwergewichten Roche (+0,2%), Novartis (-0,1%) und Nestlé (+0,1%)

Es sind aber vor allem die Bankaktien, die sich weit hinten einreichen. Die anhaltend tiefen Zinsen und Renditen machen diesen weiterhin zu schaffen. Die Rendite des für die Bankaktien wichtigsten Taktgebers, der zehnjährigen US-Staatsanleihen, notiert mit rund 2,43 Prozent nur wenig über dem bisherigen Jahrestief. Dass die Papiere der Deutschen Bank nahe ihrem Allzeittief notieren, helfe auch nicht gerade.

Allen voran die Aktien der UBS notieren 0,8 Prozent tiefer. Die Grossbank steht laut Bloomberg vor einer Einigung mit den italienischen Behörden in Sachen Steuerstreit. Das soll das Institut rund 100 Millionen Euro kosten. Credit Suisse (-0,3%) und Julius Bär (-0,7%) können sich dem Trend ebenfalls nicht entziehen. Leichter notieren auch die Versicherer Swiss Life (-0,3%), Zurich und Swiss Re (je -0,1%).

Keine Regel ohne Ausnahme: Im Finanzsektor stechen Partners Group mit plus 1,4 Prozent hervor. Die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gruppe ist aufgrund ihres Geschäftsmodells von den tiefen Zinsen nicht tangiert - sie profitiert im Gegenteil vielmehr von günstigen Finanzierungskonditionen.

Am breiten Markt steigen DKSH um 0,7 Prozent, nachdem Mainfirst das Votum von "Underperform" auf "Neutral" erhöht hat.

Nach Jahreszahlen steigen Lem um 3,2 Prozent. Der Komponentenhersteller aus Genf hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Insbesondere im letzten Jahresviertel sei Lem dynamischer als erwartet unterwegs gewesen.

Die Papiere des Immobilienkonzerns Züblin ziehen nach Zahlen um 3,1 Prozent an. Züblin suche nun nach Wegen, um zu wachsen. Diskutiert würden Immobilienkäufe, aber auch der Verkauf an ein anderes Unternehmen oder die Fusion mit einer grösseren Firma, wie an der Bilanzmedienkonferenz bekannt wurde. Nicht zur Debatte steht aber ein Going Private.

ra/rw