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Aktien Frankfurt: Anleger warten nach Erholungsrally ab - Trump-Angriff belastet

FRANKFURT (awp international) - Nach der jüngsten Erholungsrally und dem Ende eines sechswöchigen Abschwungs des Dax haben es die Anleger am Mittwoch wieder ruhiger angehen lassen. Der deutsche Leitindex sank bis zum Mittag um 0,41 Prozent auf 12 106,30 Punkte, nachdem er zuletzt in sechs Handelstagen zeitweise um über 5 Prozent angesprungen war. Ein neuer Angriff des US-Präsidenten Donald Trump im Handelskrieg gegen China erinnerte die Investoren wieder an die Risiken dieses Themas.

Trump sagte: "Wir hatten einen Deal und wenn sie nicht wieder zurückkommen zu diesem Deal, dann habe ich kein Interesse." China brauche ein Abkommen. Nebst Zinssenkungsfantasie hatte zuletzt auch die Hoffnung auf eine erneute Annäherung der Konfliktpartien auf dem G20-Gipfel Ende des Monats wieder für eine offensivere Gangart der Anleger gesorgt. Nun droht dem Aktienmarkt bis zum Treffen zwischen Trump und Xi Jinping ein Schlingerkurs.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Unternehmen vertreten sind, büsste am Mittwoch 0,31 Prozent ein auf 25 357,60 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um ein halbes Prozent abwärts.

Auf der Kurstafel steht Axel Springer klar im Fokus: Die Papiere des Medienkonzerns sprangen nach einem Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors KKR um bis zu 13 Prozent auf 63,30 Euro an. Die Amerikaner wollen zusammen mit der Grossaktionärin Friede Springer und dem Vorstandschef Mathias Döpfner die Gesellschaft kontrollieren und bieten 63 Euro je Springer-Aktie in bar. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an. Bei dieser Gelegenheit senkte das Medienhaus auch gleich seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Als Gründe dafür wurden eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und die Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich angeführt.

Aktien von Beiersdorf erreichten mit 106,65 Euro einen weiteren Höchststand. Eingeläutet hatten die Papiere des Konsumgüterkonzerns die laufende Rekordjagd am 24. Mai mit der ersten neuen Bestmarke. Seither konnten sie den Dax mit einem Plus von gut 3 Prozent deutlich schlagen. Auch im bisherigen Jahresverlauf zählen sie mit einem Kursgewinn von fast 17 Prozent zu den Top Ten im deutschen Leitindex. Mit Blick auf die Analystenmeinungen wird die Luft jedoch langsam dünn. Die meisten Experten haben eine neutrale Haltung eingenommen und nur noch fünf liegen mit ihrem Kursziel über dem aktuellen Xetra-Niveau.

Papiere von Nordex profitierten bis zum Mittag mit einem Kursplus von 3,5 Prozent von der weiter starken Auftragslage. Nach einer Order aus Polen am Vortag konnte der Hersteller von Windkraftanlagen nun eine Bestellung aus Spanien melden./ag/mis