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Schweizer Bäuerinnen fordern mit Appell soziale Absicherung

Bern (awp/sda) - In der Schweiz sind über 31'000 Bäuerinnen schlecht oder gar nicht sozial abgesichert. Ihr Berufsverband hat deshalb gemeinsam mit Swissaid den Bäuerinnen-Appell lanciert. Darin wird eine besserer sozialer Schutz im Rahmen der Agrarpolitik 2022+ gefordert.

Wenn sich dieser Tage die ganze Schweiz mit der Situation der Frauen beschäftige, so gehe mit den Bäuerinnen regelmässig eine Gruppe von Frauen vergessen, hiess es am Mittwoch in Bern an einer Medienkonferenz des Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV) und der Entwicklungshilfeorganisation Swissaid.

Gemeinsam legten sie dar, wie die Themen soziale Sicherheit, politische Repräsentation und die Verbesserung der rechtlichen Situation der Bäuerinnen in der Schweiz und weltweit verknüpft sind. Bäuerinnen seien für 70 Prozent der Welternährung verantwortlich. Die ungenügende soziale Anerkennung sei ein gravierender Missstand, der in der Schweiz und weltweit behoben werden müsse.

Die beiden Organisationen lancierten deshalb am Mittwochmorgen mit einer Postkarten- und Äpfelverteilaktion vor dem Bundeshaus den Bäuerinnen-Appell. In den nächsten vier Monaten sollen möglichst viele Unterschriften zusammenkommen, die dann Mitte Oktober dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) übergeben werden.

Das Eidgenössische Parlament fällt im Herbst wegweisende Entscheide zu den beiden im Appell enthaltenen Forderungen. Zum einen verlangt er von Bundesrat und Parlament die gesetzliche Verankerung der sozialen Absicherung für Bäuerinnen in der Agrarpolitik sowie die Förderung der Mitbestimmung der Frauen in der Politik und in bäuerlichen Organisationen.

Die Bäuerinnen sollen zum anderen auch in der neuen Botschaft des Bundesrats für internationale Zusammenarbeit für die Jahre 2021-2024 eine wichtige Rolle spielen. Der Appell fordert von Landesregierung und Parlament, dass die Ernährungssicherheit und die Situation der Bäuerinnen zu Schwerpunktthemen erklärt und insgesamt ein strategischer Fokus auf die Rechte der Bäuerinnen gelegt wird.