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Aktien Schweiz: Tendiert wenig verändert - Verunsicherung wegen Handelsstreit

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag nach einem uneinheitlichen Verlauf zuletzt etwas leichter. Der Markt finde keine klare Richtung, heisst es am Markt. Die Anleger befänden sich im Zusammenhang mit den heute beginnenden Handelsgesprächen der USA mit China zwischen Hoffen und Bangen. "Manche Marktteilnehmer hoffen auf teilweise Fortschritte im Handelskonflikt. Andere befürchten, dass die Verhandlungen wie meistens wieder ohne klares Ergebnis enden", sagt ein Händler.

Den Risikoappetit werde zudem durch die Ungewissheit über den Brexit gedämpft, wo sich nach wie vor keine Lösung abzeichnet. Zudem trübten schwache Konjunkturzahlen aus Frankreich und Deutschland die Stimmung an den Finanzmärkten ein. Ausserdem könne das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank auch nicht zu Käufen animieren, heisst es am Markt. Laut der Mitschrift sehen die Geldhüter wachsende Gefahren für die US-Wirtschaft.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.30 Uhr mit 9'825,63 Punkten um 0,04 Prozent niedriger. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt 0,02 Prozent auf 1'495,78 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt dagegen um 0,05 Prozent auf 11'976,72 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien ziehen 16 an und 14 geben nach.

An der Spitze der Gewinner stehen die Aktien von LafargeHolcim (+1,4%). Anleger reagieren mit Erleichterung auf einen Medienbericht, wonach sich der Zementriese aus dem Bieterrennen um das Bauchemiegeschäft des Chemiekonzerns BASF zurückgezogen hat. Es sei positiv, dass sich LafargeHolcim nicht auf ein mehrere Milliarden teures Abenteuer mit ungewissem Ausgang einlasse, sagte ein Händler.

Zulegen können die Aktien von Swatch (+0,9%) und Richemont (+1,0%). Händler erklären die Kursgewinne einerseits mit den gut aufgenommenen Zahlen des Konkurrenten LVMH. Der Weltmarktführer hat den Umsatz trotz der Proteste in Hongkong im dritten Quartal um 11 Prozent gesteigert. Andererseits animierten neue Hoffnungen auf eine gute Entwicklung der in Washington anstehenden Handelsgespräche zwischen den USA und China die Anleger zu Käufen bei Luxusgüter-Werten. China ist für die zwei Schweizer Unternehmen einer der wichtigsten Märkte.

Gefragt sind zudem Givaudan (+1,1%). Der Aromen- und Riechstoff-Hersteller, der als erster Bluechip-Konzern die Bilanzsaison in der Schweiz eröffnet hat, hat in den ersten neun Monaten 2019 weiter zugelegt und vor allem beim organischen Wachstum die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die ZKB spricht von grosser Dynamik.

Clariant steigen um 0,8 Prozent. Der Chemiekonzern hat einen neuen Grossaktionär: Israel Englander hält mit seinem Hedegefonds Millennium neu 3,45 Prozent.

Zu den Gewinnern zählen zudem die Banken Credit Suisse (+0,5%), Julius Bär (+0,8%) und UBS (+0,7%). Gewinne verbuchen Aktien auch Zykliker wie Adecco (+0,6%) und Kühne+Nagel (+0,4%).

Auf der anderen Seite führen mit Sonova (-1,7%), Temenos (-1,2%) und Vifor Pharma (-1,0%) Aktien die Verlierer an, die sich im bisherigen Jahresverlauf deutlich besser als der Markt entwickelt haben.

Unter Druck stehen AMS (-1,7%). Obwohl die geplante Übernahme des Lichtkonzerns Osram gescheitert ist, bleibt der Sensorenhersteller an Osram interessiert. "Das deckelt den Kurs für längere Zeit nach oben ab", sagt ein Händler.

Am breiten Markt fallen Hochdorf um 1,4 Prozent. Bei dem in Schwierigkeiten geratenen Milchverarbeiter gebe es viele Fragezeichen, wie es weitergehen könne, sagte ein Händler. "Vor allem droht eine Kapitalerhöhung, wenn die Wende nachhaltig geschafft werden soll." Anderseits sei auch eine Übernahme der für die Schweizer Milchwirtschaft wichtigen Firma denkbar.

Bossard gewinnen dagegen 1,5 Prozent. Die Schraubenhandelsfirma hat im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten.

pre/ys