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Sunrise-Aktien ziehen an - ISS empfiehlt Ablehnung des UPC-Deals

Zürich (awp) - Die Aktien von Sunrise ziehen am Donnerstagnachmittag entgegen den allgemeinen Trend an. Sie profitieren laut Händlern davon, dass sich mit ISS ein viel beachteter Stimmrechtsberater gegen die umstrittene Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC ausgesprochen haben soll.

Die Sunrise-Aktien notieren am frühen Nachmittag um 2,8 Prozent im Plus bei 79,75 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI verliert derweil 0,2 Prozent.

Der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS empfiehlt, die bis zu 2,8 Milliarden Franken schwere Kapitalspritze abzulehnen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf Kreise berichtet. Sunrise scheine zu viel zu bezahlen für eine Übernahme, deren langfristiger strategischer Nutzen fragwürdig erscheine, begründete ISS demnach die Ablehnung.

Mit dem Nein von ISS stiegen die Chancen, dass die Milliarden schwere UPC-Übernahme an der Generalversammlung scheitern könnte, sagt ein Händler. Der Deal werde von manchem Aktionär als zu teuer beurteilt. Dies habe den Sunrise-Aktienkurs daher stark beeinträchtigt. "Wenn diese Last vom Titel abfällt, dürfte er wieder in Richtung der alten Hochs über 90 Franken steigen", fügt ein anderer Händler hinzu.

Sunrise will zur Finanzierung der Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz die milliardenschwere Kapitalerhöhung durchführen. Dagegen stemmt sich vor allem der mit rund einem Viertel grösste Aktionär Freenet.

Es scheint nun fraglich, ob die insgesamt 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme über die Bühne gehen kann. Bereits andere wichtige Aktionäre hatten angekündigt, bei der für den 23. Oktober geplanten ausserordentlichen Generalversammlung gegen die geplante Kapitalerhöhung zu stimmen.

Möglicherweise stützt eine Kurszielerhöhung von Berenberg den Aktienkurs noch zusätzlich. Der Vermögensverwalter hat das Kursziel auf 87 von 85 Franken erhöht und empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf. Berenberg steht allerdings positiv zum UPC-Deal: Die Transaktion würde die bereits starke Wettbewerbsstellung von Sunrise gegenüber dem Platzhirsch Swisscom nochmals stärken. Er gehe davon aus, dass ein solcher Zusammenschluss mittelfristig für die Aktionäre lukrativer wäre, als wenn Sunrise alleine bliebe, schreibt Analyst Usman Ghazi.

pre/ys