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Pensionskassen haben Einbruch der Aktienmärkte 2018 dank Reserven abgefedert

Zürich (awp) - Für die zweite Säule war 2018 aus anlagetechnischer Sicht kein erfolgreiches Jahr: Die Korrektur an den Aktienmärkten zu Jahresende bescherte den Pensionskassen Verluste. Die meisten konnten diese zwar mithilfe ihrer Reserven ausgleichen. Dennoch nahm auch die Unterdeckung zu.

Das Börsenjahr 2018 war das schwächste seit 2011. So hatte der Leitindex SMI zum Jahresende gut 10 Prozent nachgegeben. Das hinterliess Spuren in den Bilanzen der Pensionskassen: Unter dem Strich fuhren diese 2018 auf ihren Vermögensanlagen einen zusammengezählten Verlust von 25,5 Milliarden Franken ein, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag zu seiner Pensionskassenstatistik mitteilte.

Als Folge davon seien 34 Milliarden Franken Wertschwankungsreserven aufgelöst worden. Wie der Name schon sagt, dienen diese Reserven dazu, die Schwankungen auf den Kapitalmärkten auszugleichen. In Jahren mit gutlaufenden Finanzmärkten können also Polster für schlechtere Jahre aufgebaut werden. Dieses Prinzip hat sich im letzten Jahr laut den Daten bewährt. Zusammen verfügten die Pensionskassen per Ende 2018 noch über Reserven von 50,8 Milliarden Franken.

Staatsgarantien für Teile der Deckungslücke

Dennoch nahm die Unterdeckung im letzten Jahr um einen Fünftel zu. Eine Pensionskasse befindet sich in Unterdeckung, wenn ihr Vorsorgevermögen nicht ausreicht, um ihre Verpflichtungen zu decken. Der grösste Teil der Deckungslücken wirt laut BFS allerdings von Staatsgarantien getragen.

Die Korrektur an den Finanzmärkten liess den Anteil der Aktien an der Bilanzsumme der Pensionskassen von 30,8 auf 27,9 Prozent sinken und damit wieder hinter die Obligationen mit 31,4 Prozent. Unverändert an dritter Stelle standen die Immobilien mit 20,3 Prozent.

Höhere Auszahlungen

Während die Anlagen weniger abwarfen, nahmen die Auszahlungen insgesamt zu. Die Pensionskassen zahlten insgesamt für Leistungen und Vorbezüge 85,6 Milliarden Franken aus, nach 79,0 Milliarden im Vorjahr. Die Statistiker zählten knapp 800'000 Bezüger von Altersrenten. Letztere erhielten durchschnittlich 28'947 Franken pro Jahr ausbezahlt. 42'124 Personen liessen sich ihr Kapital ganz oder teilweise bei der Pensionierung auszahlen. Durchschnittlich belief sich der Kapitalbezug auf 189'751 Franken. Weiter zählten die Statistiker 4,2 Millionen aktive Versicherte.

Während der Trend bei den Auszahlungen nach oben zeigt, sieht es dieses Jahr bislang an den Aktienmärkten wieder deutlich besser aus. So liegt der SMI seit Jahresbeginn bereits um 23 Prozent im Plus. Das lässt für die diesjährige Performance der Pensionskassenanlagen hoffen: Von der UBS untersuchte Vorsorgeeinrichtungen etwa verzeichneten von Januar bis November bislang eine Rendite von 10,57 Prozent nach Gebühren.

tt/uh