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SVV-Präsident Rolf Dörig im Amt bestätigt

Lausanne (awp) - Die 90. Generalversammlung des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) ist am Montag ohne Überraschungen über die Bühne gegangen. Die 52 Delegierten wählten zwei neue Mitglieder aus der Westschweiz in den vierzehnköpfigen Vorstand und bestätigten SVV-Präsident Rolf Dörig im Amt.

Neu in den Vorstand wurden Thomas Boyer sowie Jean-Daniel Laffely aufgenommen, wie der SVV mitteilte. Boyer ist seit diesem Jahr Chef des Krankenversicherers Groupe Mutuel und Laffely übernahm im Mai bei der Vaudoise den Chef-Posten. Sie folgen im SVV-Vorstand auf ihre Vorgänger Paul Rabaglia und Philippe Hebeisen.

Zudem seien Swiss Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig als Präsident sowie Swiss Life Schweiz-CEO Markus Leibundgut als Vorstandsmitglied von den Delegierten im Führungsgremium des Verbands bestätigt worden, heisst es weiter.

Axa Schweiz prüft Austritt

Im Vorfeld der Generalversammlung waren hinter den Verbandskulissen Unstimmigkeiten aufgekommen. Der grösste Privatversicherer Axa Schweiz hatte die Kündigung eingereicht und droht, aus dem Verband auszutreten.

Axa begründete diesen Schritt mit dem Überdenken "ihrer Rolle im politischen und gesellschaftlichen Diskurs". Geprüft werde auch, ob sich das neue Rollenverständnis mit einer Mitgliedschaft im SVV in seiner heutigen Form vereinbaren lasse, erklärte die Gruppe vergangene Woche gegenüber AWP.

Der Austritt ist allerdings noch nicht beschlossene Sache. Axa-Chef Fabrizio Petrillo will zunächst mit den SVV-Vorstandsmitgliedern Gespräche führen. Bis Ende Oktober will Axa entscheiden, ob die Kündigung allenfalls zurückgezogen wird.

Pandemiepool als Lösung

Derweil ist Rolf Dörig an der GV in seiner Rede auf die Erfahrungen eingegangen, welche die Privatversicherer in Zeiten von Corona gemacht haben. Auch in der Krise sei es ihnen gelungen, täglich 139 Millionen Franken für Schadenfälle und Renten an die Kunden zu vergüten, erklärte Dörig. Damit leiste die Branche einen wichtigen Beitrag zur Zahlungsfähigkeit der Unternehmenskunden.

Kritisch äusserte sich Dörig zum Vorstoss der Politik bei den Geschäftsmieten bei Betrieben, die aufgrund des Lockdowns schliessen mussten. Das Parlament habe den Bundesrat beauftragt, ein Gesetz auszuarbeiten. Damit bleibe die Situation zwischen Vermieter und Mieter in der Schwebe.

"Der rückwirkende Eingriff des Gesetzgebers in geltende private Verträge verletzt die Eigentumsgarantie und bewirkt das Gegenteil von Rechtssicherheit", warnte der SVV-Präsident. Das sei nicht im langfristigen Interesse der Mieterinnen und Mieter.

Auch griff Dörig mit Blick in die Zukunft die Frage der Versicherbarkeit von Pandemierisiken auf. "Eine Pandemie ist rein privatwirtschaftlich nicht versicherbar", hielt er fest. Eine der Optionen sei die Errichtung eines Pandemiepools, der derzeit auch in diversen anderen Ländern diskutiert werde. So könnte im Zusammengehen von Privatversicherer und Staat eine Deckung von Pandemierisiken ermöglicht werden.

mk/pre