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Schweiz und Grossbritannien wollen bei Finanzdienstleistungen zusammenarbeiten

Bern (awp/sda) - Die Schweiz und das Vereinigte Königreich bereiten sich auf die Zeit nach dem Brexit vor: Die beiden Länder wollen gegenseitig ihre Finanzmarktregulierungen anerkennen und den grenzüberschreitenden Marktzugang für Finanzdienstleistungen ermöglichen.

Finanzminister Ueli Maurer und der britische Schatzkanzler Rishi Sunak haben am Dienstag eine Erklärung mit diesem Ziel unterzeichnet. Diese unterstreicht die gemeinsame Absicht für ein Abkommen. Damit soll der grenzüberschreitende Marktzugang für eine breite Palette an Finanzdienstleistungen im Versicherungs-, Banken-, Asset-Management- sowie Kapitalmarktinfrastrukturbereich ermöglicht werden.

Mit einem solchen Abkommen wollten die Schweiz und das Vereinigte Königreich ihr Bekenntnis zur Bedeutung offener Finanzmärkte und zur internationalen Finanzstabilität bekräftigen, schreibt das Finanzdepartement in einer Mitteilung. Zudem solle ihre Stellung als weltweit führende internationale Finanzzentren in Europa gefestigt werden.

Laut EFD soll das angestrebte Abkommen auf dem Prinzip der gegenseitigen Anerkennung der Finanzmarktregulierung und des Aufsichtsrahmens basieren. Ein heisses Eisen in dem Zusammenhang ist die Anerkennung der Börsenregulierung. Um Druck in den Verhandlungen um ein Rahmenabkommen aufzusetzen, hatte die EU der Schweiz vor einem Jahr die Anerkennung der Börsenäquivalenz versagt.

Beilegung des Börsenstreits

In einer Videokonferenz haben sich Maurer und Sunak auch über dieses Thema unterhalten. Laut EFD stellten sie dabei die gegenseitige Anerkennung der Börsenregulierung und den Zugang zu den schweizerischen und britischen Börsen in Aussicht. Die notwendigen Schritte sollen nach dem Ende der Übergangsperiode für das Vereinigte Königreich gegenüber der EU umgesetzt werden.

Diese Phase könnte Ende Jahr auslaufen. Um die bilateralen Beziehungen für die Zeit nach Vollzug des Brexits zu regeln, haben die Schweiz und das Vereinigte Königreich bereits mehrere Abkommen abgeschlossen. Diese betreffen die Bereiche Handel, Strassenverkehr, Luftverkehr, Versicherungen sowie Rechte der Bürgerinnen und Bürger.

Das Vereinigte Königreich war 2018 der sechstgrösste Handelspartner der Schweiz mit einem Handelsvolumen von über 36 Milliarden Franken. 2017 war es zudem das drittwichtigste Zielland für Schweizer Dienstleistungsexporte. Die Schweiz lag ihrerseits auf Rang drei der britischen Direktinvestitionen. Rund 34‘500 Schweizer Staatsangehörige wohnen auf der Insel und 43‘000 britische Staatsangehörige in der Schweiz.