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Aktien Schweiz: Freundliche Tendenz vor Zinsbeschluss der US-Notenbank

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse tendiert am Mittwoch mehrheitlich fester. Getragen wird der Aufwärtstrend hauptsächlich von den defensiven Werten. Das Geschäft verlaufe aber in eher ruhigen Bahnen, heisst es am Markt. Vor der Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed am Abend (20.00 Uhr MESZ) hielten sich die Anleger zurück.

Dass das Fed mit grösseren Weichenstellungen aufwartet, wird zwar nicht erwartet. Allerdings dürfte es sich zum neuen Inflationsziel äussern, das im Ergebnis zu einer noch lockereren Geldpolitik führt. Die neuen Leitzinsprojektionen dürften Nullzinsen bis mindestens Ende 2023 signalisieren, heisst es. Händler hoffen zudem darauf, dass das Fed zusätzliche Unterstützung im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie signalisiert. Einblick in die konjunkturelle Entwicklung erlauben zuvor schon am Nachmittag die US-Detailhandelsumsätze und Angaben zum US-Immobilienmarkt.

Der SMI notiert um 11.00 Uhr um 0,45 Prozent höher auf 10'567,19 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt 0,48 Prozent auf 1'600,76 und der breite SPI 0,52 Prozent auf 13'098,72 Punkte. 24 der 30 SLI-Titel legen zu und sechs sind schwächer.

AMS (+3,5%) erobern nach einem schwachen Verlauf die Tabellenspitze, nachdem der Lichtkonzern Osram, der von AMS übernommen wurde, seine Prognosen deutlich angehoben hat.

Tragende Säule sind dahinter Aktien von Firmen mit einem wenig krisenanfälligen Geschäftsmodell wie die des Telekomriesen Swisscom (+2,2%).

Die Schwergewichte Novartis (+0,9%) und Roche (+0,7%) ziehen ebenfalls an. Roche hat in den USA die Zulassung für den erweiterten Einsatz Tests zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs für Hochrisiko-Typen erhalten.

Gefragt sind zudem die Papiere des Duft- und Aromenherstellers Givaudan (+1,2%), des Hörgeräteherstellers Sonova (+1,1%) und der Arzneimittelhersteller Vifor (+1,3%).

Mit an der Spitze stehen aber auch Logitech (+1,9%), was Händler vor allem mit der Apple-Präsentation vom Vortag erklären. Kaum habe der iPhone-Hersteller neue Produkte vorgestellt, stehe der Mäuseproduzent mit dem passenden Zubehör am Start, sagt ein Händler.

Geberit gewinnen 0,8 Prozent. Die Sanitärtechnikfirma startet das im Frühjahr angekündigte Aktienrückkaufprogram über rund 950'000 Aktien am morgigen Donnerstag.

Julius Bär (+0,6%) steht laut eigenen Angaben kurz vor der Einigung mit den US-Behörden im Zusammenhang mit der Fifa-Affäre. Zudem rückt auch die zweite Dividendentranche, deren Ausschüttung die Bank wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt hatte, in Sicht. Dies komme wenig überraschend, heisst es bei der ZKB.

Der Versicherer Zurich (+0,2%) muss in Grossbritannien Schäden, die aus Betriebsschliessungen infolge des Corona-"Lockdown" entstanden sind, nicht decken. Dies entschied laut Zurich ein Gericht.

Leichter sind hingegen die Grossbanken-Aktien Credit Suisse (-0,1%) und UBS (-0,1%). Die Spekulationen um die beiden Grossbanken hätten sich wieder etwas gelegt, sagt ein Händler. "Nur weil ein Gerücht immer wieder aufgewärmt wird, wird es nicht automatisch besser", sagt ein Händler.

Den stärksten Abschlag verzeichnet aber Richemont (-0,4% oder 0,30 Fr.). Die Papiere des Luxusgüterherstellers werden ex-Dividende von 1 Franken je Aktie gehandelt. Rivale Swatch gewinnt 0,2 Prozent.

Im breiten Markt steht zudem heute die ausserordentliche Generalversammlung von Aryzta (-3,6%) im Mittelpunkt des Interesses. Dort werden die Weichen neu gestellt: Die von der aktivistischen Aktionärsgruppe um Veraison portierten VR-Kandidaten Urs Jordi, Heiner Kamps und Armin Bieri wurden in das Aufsichtsgremium gewählt. "Damit haben sich die Aktionäre für Restrukturierung und Umbau entschieden", sagt ein Händler.

Unter Druck stehen Helvetia (-2,7% auf 85,15 Fr.). Aktionär MEAG, der Assetmanager der Münchener Rück, hat 1,3 Millionen Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding zu 85,25 Fr./Aktie platziert.

pre/rw