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Aktien New York: Zinsanstieg am Anleihemarkt und Jobdaten belasten

NEW YORK (awp international) - Wieder steigende Zinsen am US-Rentenmarkt und überraschend schwache Daten vom heimischen Arbeitsmarkt haben am Mittwoch den marktbreiten S&P 500 und auch die Technologie-Börse Nasdaq belastet. Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial indes pendelte richtungslos zwischen kleinen Gewinnen und Verlusten und legte zuletzt um 0,17 Prozent auf 31 444,88 Punkte zu.

Der S&P 500 sank um 0,48 Prozent auf 3851,60 Punkte. Der Nasdaq 100 büsste 1,37 Prozent auf 12 881,41 Punkte ein.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen wieder deutlich an. Zuletzt stieg der Zins für zehnjährige Bonds auf 1,48 Prozent. Der einjährige Höchststand aus der vergangenen Woche lag zwar noch einiges höher, nämlich bei rund 1,55 Prozent, doch das Auf und Ab der Kapitalmarktzinsen scheint sich mit dem neuerlichen Anstieg fortzusetzen. Steigende Wachstums- und Inflationserwartungen in den USA gelten als Auslöser. Für Aktienanleger sind sie eine Gefahr, da mit steigenden Zinsen Anleihen als Anlagealternative wieder interessanter werden. Für Unternehmen kann zudem die Refinanzierung teurer werden.

Mit Blick auf die Beschäftigung in der Privatwirtschaft der USA gab es zudem ebenfalls belastende Neuigkeiten für die Börse. Im Februar stieg laut dem Arbeitsmarktdienstleister ADP die Beschäftigung deutlich geringer als erwartet. Nun geht die Sorge um, dass dies für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung ein negatives Omen sein könnte.

Diese beiden belastenden Entwicklungen stehen dem Konjunkturoptimismus entgegen, der von der rasch fortschreitenden Impfkampagne in den USA ausgeht. Nach Worten von Präsident Joe Biden wird bereits "bis Ende Mai" genügend Impfstoff für alle Erwachsenen bereitstehen, nachdem bislang ein Zeitfenster bis Ende Juli angestrebt wurde.

Unter den Einzelwerten waren vor allem die allgemein bislang besonders stark gelaufenen Technologie-Aktien die Schlusslichter. So büssten die Anteile von Cisco , Apple , Amgen , Microsoft und Salesforce zwischen 1,2 und 2,4 Prozent ein. Intel gaben um 1,0 Prozent nach. Der Chipkonzern unterlag in einem Patentstreit und kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen. Laut einem Urteil vom Dienstag wurde Intel wegen angeblicher Verletzung zweier Patente für Technologien aus der Halbleiterproduktion in Texas von Geschworenen zu einer Zahlung von knapp 2,2 Milliarden US-Dollar verurteilt.

Aktien von Ölgesellschaften wie Chevron , ConocoPhillips und ExxonMobil profitierten hingegen von den erneut deutlich steigenden Preisen für Rohöl. Chevron zählten mit plus 2,4 Prozent zu den Favoriten im Dow. ConocoPhillips stiegen um 3,2 Prozent und ExxonMobil um 0,6 Prozent.

Um knapp 20 Prozent ging es für die Papiere des Online-Hypothekenanbieters Rocket Companies abwärts. Allerdings waren sie am Vortag noch um etwas mehr als 70 Prozent hochgeschossen. Am Markt wurden Parallelen zum jüngsten Gamestop-Hype und -absturz gezogen, da die Rocket-Aktie ebenso wie GameStop zu jenen Werten zählt, die allgemein besonders stark leer verkauft werden. Insbesondere Hedgefonds sind bei Leerverkäufen aktiv dabei und verkaufen Aktien, ohne sie zu besitzen. Sie spekulieren darauf, sie zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückkaufen zu können.

Bei Rocket scheint diese Wette nun, wie zuletzt bei der GameStop-Aktie, nicht aufgegangen zu sein. Das Papier begann Ende Februar nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen zu steigen. Am Dienstag dann schossen sie plötzlich und unerwartet regelrecht hoch. Vermutet wird daher, dass sich womöglich wieder eine Gruppe von Privatanlegern, die sogenannte WallStreetBets-Bewegung, nun auf Rocket gestürzt haben könnte. Zumindest dürften viele Leerverkäufer am Vortag gezwungen gewesen sein, sich trotz steigender Kurse rasch mit den Papieren einzudecken, um noch grössere Verluste zu vermeiden./ck/men