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Aktien Schweiz Schluss: SMI beendet Handel im Minus - Gewinnmitnahmen belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Mittwochshandel im Minus beschlossen. Nachdem der Leitindex SMI am Dienstag noch ein in Jahreshoch markiert hatte, hätten sich die Investoren in Ermangelung weiterer treibender Faktoren zurückgehalten und insbesondere bei zuletzt gut gelaufenen Titeln eher Gewinne eingestrichen, hiess es im Markt. Grundsätzlich sei die Stimmung aber weiter positiv.

Es sei etwas überraschend gewesen, dass der IWF seine globale Wachstumsprognose nach oben korrigiert habe, kommentierte ein Stratege. Die Experten haben dies mit dem sich rasch aufhellenden Ausblick für die US-Wirtschaft begründet. Die Börse habe aber bereits sehr viel Hoffnung und hohe Erwartungen eingepreist. Die Lockdowns, gerade in Europa, würden die Erholung jedoch verzögern. Die US-Konjunkturdaten sorgten am Nachmittag für einen kurzzeitig etwas stärkeren Abwärtsdruck. Das US-Handelsbilanzdefizit fiel leicht grösser aus als erwartet und erreicht einen neuen Rekord.

Der SMI schloss um 0,49 Prozent tiefer auf 11'128,18 Punkten (Tagestief bei 11'108 Punkten). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab um 0,48 Prozent auf 1'809,84 Zähler nach und der breite SPI um 0,41 Prozent auf 14'152,57 Punkte. Im SLI standen zum Handelsschluss 20 Verlierer neun Gewinnern gegenüber, ein Titel (Adecco) schloss unverändert.

Die deutlichsten Verluste verbuchten Zykliker wie Kühne + Nagel (-1,7%), Logitech (-2,5%) oder Sika (-1,1%). Auch Richemont gaben mit -1,5 Prozent stärker nach als der Gesamtmarkt, ebenso wie Swatch (-0,9%). Diese Titel gehören im bisherigen Jahresverlauf eher zu den gefragteren Werten, so dass sie in dem aktuellen Umfeld am anfälligsten sind für Gewinnmitnahmen.

Einheitlich schwach präsentierten sich auch die Vertreter der Gesundheitsbranche - auch die beiden Schwergewichte Novartis (-1,3%) und Roche (-1,0%). Bei Novartis machten Händler einen Kommentar von JPMorgan verantwortlich. Der zuständige Experte äusserte sich eher vorsichtig zum Pharmakonzern und hält vor allem die durchschnittlichen Gewinnschätzungen nach wie vor für zu hoch. Aber auch für Straumann (-1,2%) und Alcon (-0,8%) ging es nach unten.

Etwas unter Druck gerieten auch die Anteilsscheine von ABB (-1,0%). Beim Industriekonzern haben erste Experten ihre Schätzungen zu den Zahlen zum ersten Quartal abgegeben. Während man bei Barclays eine fundamentale Änderung der Gruppenstruktur für unabdingbar hält, meinen die Jefferies-Experten, dass die EBITA-Schätzungen nach wie vor zu hoch seien.

Der Finanzsektor zeigte sich dagegen uneinheitlich: UBS (-0,9%) und CS (-0,4%) schlossen tiefer. Laut Medienberichten soll das Greensill-Debakel bei der CS Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar verursachen. Demgegenüber legten Zurich (+0,3%), Swiss Life (+0,6%) und Swiss Re (+0,2%) zu.

Klar im Plus schlossen Temenos (+1,2%), AMS (+0,8%) und LafargeHolcim (+0,7% auf 56,92 Fr.). Die Aktien des Zementkonzerns haben in den vergangenen Wochen vor allem durch die US-Infrastrukturpläne Anschub erhalten und notieren so hoch wie seit Januar 2018 nicht mehr. Zudem hat Morgan Stanley das Kursziel leicht um 1 Franken auf 65 Franken erhöht und die Einstufung "Overweight" bestätigt.

Nestlé (+0,7%) profitierten von einer positiven Barclays-Studie zu europäischen Lebensmittelunternehmen. Der Nahrungsmittelkonzern hat zudem in Malaysia ein neues Werk für vegetarische Fleischersatzprodukte eröffnet, das zweite in Asien. Die defensiven Swisscom (+0,3%) schlossen ebenfalls etwas höher.

Am breiten Markt stachen PEH nach einem Gewinnsprung im letzten Geschäftsjahr mit einem Kursplus von 6,0 Prozent heraus. Huber+Suhner (+3,8%) sowie Galenica (+1,4%) wurden von Analystenkommentaren angeschoben. Auch Highlight E&E (+15%), Arundel (+9,3%), CI Com (+6,0%) oder die TX Group (+4,4%) schlugen nach oben aus.

Zur Rose (-3,6%) wurde nach eher schwachen Zahlen vom Rivalen Shop Apotheke in Sippenhaft genommen. Das Unternehmen hatte ein eher verhaltenes Wachstum im 1. Quartal ausgewiesen. Schwach waren zudem Wisekey (-8,0%), Aluflexpack (-3,5%) oder Bachem (-3,7%).

yr/jb