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Aktien Schweiz: Verunsicherung drückt SMI auf Dreimonatstief

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Montag die Talfahrt der vergangenen Wochen fort. Belastet werden die Aktien laut Händlern vor allem von der Sorge um die sich zuspitzende Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande. Diese könnte sich laut Experten zu einem breiteren Problem im chinesischen Immobiliensektor entwickeln. "Evergrande schickt weitere Schockwellen über die Märkte", sagt ein Händler.

Die Anleger suchten vermehrt Schutz in den sicheren Anleihen. Dadurch sinken die Anleiherenditen, was den Finanzwerten stark zu schaffen macht, wie es am Markt heisst. Dabei seien die Investoren ohnehin schon sehr nervös, weil am Mittwoch die US-Notenbank Fed ihre Zinsbeschlüsse veröffentlicht. Investoren erwarten denn auch vom Fed ein deutliches Signal für ein Zurückfahren der milliardenschweren Anleihenkäufe. Am Donnerstag folgt die SNB mit der geldpolitischen Lagebeurteilung.

Der SMI notiert nach einem Tagestief bei 11'643 Punkten - der tiefste Stand seit mehr als drei Monaten - um 15.00 Uhr noch um 2,13 Prozent tiefer auf 11'681,69 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsst 2,44 Prozent ein auf 1913,30 und der umfassende SPI um 2,11 Prozent auf 15'147,76 Zähler. Alle 30 SLI-Titel geben deutlich nach.

Der SMI notiere klar unter dem unteren Rand der von 12'000 bis 12'650 reichenden Handelspanne. Eine Gegenbewegung über 12'000 Punkte tue not, soll der SMI nicht den Abwärtstrend fortsetzen, sagt ein Händler. Auf eine Erholung zu wetten, sei keine schlechte Idee. "Nach dem heutigen 'Washout' dürfte es zu einer Gegenbewegung kommen", hoffen auch andere.

Die Sorgen um den chinesischen Bauträger Evergrande hinterlassen vor allem bei den Finanzwerten europaweit tiefe Spuren. Hierzulande führen die Grossbanken CS (-7,1%), UBS (-5,9%) und Julius Bär (-5,7%) die Verliererliste bei den Blue Chips an. Unter Druck stehen zudem die Versicherer Swiss Life (-4,1), Swiss Re (-3,7%) und Zurich (-2,8%).

Negative Nachrichten aus China haben einmal mehr auch einen belastenden Effekt auf die Uhrenhersteller Richemont (-4,6%) und Swatch (-4,0%). Bei Swatch kommt zudem der heute erfolgende Ausschluss aus dem Leitindex SMI hinzu.

Aber auch von Zyklikern wie Holcim (-3,7%), Schindler (-3,7%) oder ABB (-2,9%) trennen sich die Anleger verstärkt. Gesundheits- und Lifesciencetitel wie Straumann, Vifor, Alcon, Sonova und Alcon geben 3,1 bis 2,0 Prozent nach.

Besser als der Markt schlagen sich die Schwergewichte Novartis, Roche (je -1,6%) und Nestlé (-1,1%). Vergleichsweise gut halten sich zudem Logitech (-0,6%). Der Spezialist für Computerzubehör ist seit dem heutigen Montag statt Swatch im SMI enthalten.

pre/rw