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Presseschau vom Wochenende 3 (15./16. Januar)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:

SWISSCOM: Wegen dem Fachkräftemangel geht die Telekomfirma neue Wege bei der Rekrutierung. "Wir haben in den letzten Jahren sukzessive eine sogenannte Active-Sourcing-Abteilung mit mittlerweile 16 Personen aufgebaut", sagt Personalchefin Klementina Pejic im Interview mit der "NZZ am Sonntag". "Sie sind sozusagen unsere internen Headhunter und pflegen einen externen Talentpool." Mitarbeitende dieser Abteilung evaluierten, welche Personen gut zur Swisscom passen würden, und bauten eine persönliche Beziehung zu potenziellen Kandidaten auf, so Pejic. Das Personal dieser "Parallelorganisation zum Standard-Recruiting" sei vorher für spezialisierte Recruiting-Firmen tätig gewesen. Die meisten Kandidaten für qualifizierte Stellen hätten bereits einen interessanten, gut bezahlten Job und kämen gar nicht auf die Idee, sich zu bewerben. Man müsse sie darum aktiv ansprechen. (NZZaS, S. 29)

ALPIQ: Dem Stromkonzern drohte vor Weihnachten ein Liquiditätsengpass. Das haben Alpiq und auch das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) dem "Tagesanzeiger" bestätigt. Grund für den Engpass waren stark gestiegene Preise auf den Strom- und Gasmärkten. Ein Gesuch um finanzielle Hilfe des Bundes zog Alpiq zurück, nachdem sich die Lage entspannt hatte. BKW und Axpo schrieben auf Anfrage, derzeit keine Probleme zu haben. Der Liquiditätsbedarf sei erhöht, hält die BKW fest, doch zeichneten sich keine Engpässe ab. "Eine staatliche Unterstützung ist daher kein Thema." Auch die Axpo versichert, sie stehe finanziell gut da. (TA, S. 11)

BKW: Ein Windkraft-Projekt in Norwegen, an dem auch die BKW beteiligt ist, verletzt nach Ansicht des höchsten Gerichts im Land Recht. Geklagt hatten Vertreterinnen und Vertreter der Sami. Die BKW hat rund 100 Millionen Franken in das Projekt investiert. Die BKW will das Verdikt akzeptieren. Keine Option für das Unternehmen ist der verlangte Abbruch der Windturbinen. (Berner Zeitung/Der Bund)

RAIFFEISEN-PROZESS: Kommt es im Prozess gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz zu Schuldsprüchen, drohen ihm und den anderen Beschuldigten weitere Verfahren - diesmal wegen mutmasslicher Geldwäscherei. Laut "SonntagsZeitung" läuft in Liechtenstein ein solches Verfahren bereits, auch in Zürich will die Staatsanwaltschaft entsprechende Ermittlungen aufnehmen, wie es im Schlussbericht heisst: "Mindestens bei den zwei Zahlungen von RA Dr. Eugen Mätzler und Beat Stocker [an Vincenz, Anmerkung der Redaktion] müsste durch die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich überprüft werden, ob sich RA Dr. Eugen Mätzler und Beat Stocker der Geldwäscherei schuldig gemacht haben." Konkret geht es darum, dass Geld, das je nach Urteil deliktischer Herkunft ist, über die Konten von Mätzler und Stocker lief. Der Prozess beginnt am 25. Januar. (SoZ, S. 37)

RAIFFEISEN-PROZESS II: Die Unterlagen zum anstehenden Gerichtsprozess zeigen nun erstmals, wie Pierin Vincenz seine ausufernden Spesenauswüchse rechtfertigt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat bei über einer halben Million Franken auf Vincenz' Spesenabrechnung Fragezeichen. In den Befragungen, welche die "NZZ am Sonntag" im Originalton abdruckt, steht Vincenz Red und Antwort. Er bleibt dabei aber vage. Danach gefragt, warum er ein Hotelzimmer für zwei Personen statt für eine von der Bank erstattet erhielt und wer diese zweite Person war, sagt er etwa: "Das würde ich als meine Privatsache bezeichnen." Unter dem Strich bleibt Vincenz dabei: Seine Spesenbezüge seien gerechtfertigt gewesen. (NZZaS, S. 24)

SWISSPORT: Eine Kommission in Südafrika, die die Plünderung des Staates in der Amtszeit von Präsident Jacob Zuma von 2009 bis 2018 untersucht hat, wirft dem Bodenabfertigungsunternehmen Swissport Korruption vor, wie die "SonntagsZeitung" berichtet. Demnach geht es um Bestechung in Millionenhöhe. Laut dem von der Zeitung zitierten Bericht gibt es "stichhaltige Beweise für korrupte Zahlungen". Die Vorwürfe drehen sich um umgerechnet 1,7 Millionen Franken, die im Zusammenhang mit einem Vertrag von Swissport und der Fluggesellschaft South African Airways an eine eigens gegründete Gesellschaft gegangen sind. Swissport habe die Ergebnisse der Kommission zur Kenntnis genommen, sei aber mit deren Schlussfolgerungen nicht einverstanden, sagt ein Sprecher der "SonntagsZeitung". Man widerspreche auch "einigen der im Bericht genannten Fakten", sagte er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Nach von der "SonntagsZeitung" zitierten Angaben des Branchenportals Aerotelegraph droht Swissport nun ein Strafverfahren. (SoZ, S. 33)

SWISS: Die Fluggesellschaft bleibt trotz einer steigenden Zahl von Covid-bedingten Ausfällen beim harten Kurs gegenüber ungeimpftem Flugpersonal - bei Swiss gibt es eine Impfpflicht. Rund 200 Piloten und Flight-Attendants ohne Impfung können deshalb laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" nicht eingesetzt werden, obwohl sie weder in Quarantäne noch krank sind. Eine Schlichtungsverhandlung in der vergangenen Woche zum Umgang mit den Ungeimpften brachte keine Änderung. Vorschläge der ungeimpften Angestellten, sich regelmässig testen zu lassen und ungeimpfte Genesene wieder in die Flugzeuge zu lassen, wurden abgelehnt. Die Swiss habe in keinem Punkt Entgegenkommen signalisiert, schrieb die "SonntagsZeitung". Laut dem Blatt verlangen jedoch nur Hongkong und Kanada einen Impfnachweis für Crews - Hongkong werde von Swiss nicht angeflogen. (SoZ, S. 31)

DENNER: Fällt bei der Migros das Alkohol-Tabu, würde das der Tochter Denner schaden. "Es liegt auf der Hand, dass Umsatz gefährdet wäre, vor allem in den rund 200 Filialen, die neben einer Migros stehen", sagte Denner-Chef Mario Irminger im Gespräch mit der "Schweiz am Wochenende". Der Discounter betreibt insgesamt 850 Filialen. Denner hat 2021 einen Nettoumsatz von 3,8 Milliarden Franken erwirtschaftet (+1,3%). Wie viel davon auf den Alkoholverkauf entfällt, wollte Irminger nicht verraten. (SaW, S. 10)

DETAILHANDEL: Das Zürcher Traditionshaus Modissa schliesst Ende Juli 2022 seinen Hauptsitz in der Nähe des Hauptbahnhofs sowie die Filiale in Winterthur. Modissa bestätigte am Samstag Informationen des "Tagesanzeigers". Das Unternehmen will seine Geschäftstätigkeit in den nächsten Jahren ganz auf die Entwicklung der vier BIG-Geschäfte konzentrieren, die ebenfalls Teil der Modissa AG sind. Von der Massnahme sind rund 75 Beschäftigte betroffen, die bis Ende Jahr ihre Stelle verlieren dürften. Was mit dem denkmalgeschützten Gebäude an bester Lage künftig geschehen wird, ist derzeit noch unklar. Geplant sei die Vermietung der Ladenflächen als Ganzes oder etagenweise. (TA, S. 19)

STEUERN: Finanzminister Ueli Maurer und auch einige Kantone machen sich Gedanken zur Frage, wie die Schweiz nach der Umsetzung der OECD-Pläne für eine Mindeststeuer für Unternehmen interessant bleiben kann. "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass einige Kantone die Steuerprogression etwas abflachen, um für gutverdienende Arbeitnehmer attraktiver zu werden", sagte Maurer im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler etwa denkt über Steuersenkungen für natürliche Personen oder spezifisch für Gutverdienende nach. Der Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis wiederum bringt höhere Steuerabzüge für die 3. Säule der Vorsorge ins Spiel sowie höhere Steuerabzüge für ausländische Spezialistinnen und Spezialisten. In den Städten wiederum stossen neue Steuersenkungen auf Skepsis. Wirtschaftsvertreter bringen laut einem von der Zeitung zitierten internen Papier statt umstrittener Steuersenkungen Zuschüsse und Fördergelder aufs Tapet. (NZZaS, S. 10)

ra/