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Aktien Schweiz Schluss: SMI startet fest in die neue Woche

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist gut in die neue Börsenwoche gestartet. Der Leitindex SMI legte am Montag um beinahe ein Prozent zu und erholte sich so etwas von den seit Jahresbeginn erlittenen Kurseinbussen. Händler sprachen von einer Stabilisierung an den Finanzmärkten. Dies geschah allerdings in einem impulslosen und ruhigen Geschäft. Schliesslich blieb die oft wegweisende US-Börse am "Martin Luther King Day" feiertagsbedingt geschlossen.

Angeführt wurde die Aufwärtsbewegung am Schweizer Markt von zyklisch ausgerichteten Papieren. Die hatten teilweise seit Jahresauftakt klar an Wert eingebüsst. Die Papiere der Credit Suisse litten am Montag unter dem überraschend angekündigten Rücktritt von Präsident António Horta-Osório. Dem Gesamtmarkt boten Wirtschaftsdaten aus China sowie eine weitere von der chinesischen Zentralbank geplante Zinssenkung Unterstützung. Händler warnten aber angesichts anhaltender Inflations- und Coronasorgen vor zu viel Euphorie. Es sei mit einem volatilen Wochenverlauf zu rechnen, hiess es.

Bis Börsenschluss kletterte der SMI um 0,86 Prozent auf 12'633,21 Punkte und beendete den Handel damit nur leicht unterhalb des kurz davor erreichten Tageshöchstwertes. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,93 Prozent auf 2025,39 und der breite SPI 0,92 Prozent auf 16'029,12 Zähler. Am Ende standen im SLI den 26 Gewinnern nur vier Verlierer gegenüber.

Die stärksten Avancen verbuchten bei den Blue Chips die Papiere des Genfer Schmuck- und Uhrenkonzerns Richemont (+3,6%). Richemont wird am Mittwoch Umsatzzahlen zum Weihnachtsquartal liefern und dürfte weiter stark gewachsen sein. Die Papiere des Branchennachbarn Swatch standen mit 2,2 Prozent ebenfalls gut im Plus. Meldungen zu Preiserhöhungen insbesondere bei Luxusuhren dürften bei den Anlegern im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfests gut ankommen sein, meinten Händler.

Auf dem Vormarsch waren am Montag auch die Partizipationsscheine der Schindler-Gruppe (+3,3%), gefolgt von Lonza (+2,7%), Sonova (+2,0%) oder Kühne+Nagel (+1,8%). Die Analysten von Stifel zählen Schindler mit zu den spannendsten Anlageideen des laufenden Jahres. Und Morgan Stanley erhöhte das Schindler-Rating auf "Overweight".

Die Schwergewichte Nestlé (+0,9%) und Roche (+0,6%) stützten den Gesamtmarkt zu Wochenauftakt mit guten Avancen, während Novartis (+0,2%) der Sprung in die Gewinnzone erst am späteren Nachmittag glückte.

Auf der Gegenseite fielen Credit Suisse um 2,3 Prozent zurück. Nach knapp acht Monaten nimmt Präsident Horta-Osório den Hut. Er musste wegen Verstösse gegen Corona-Auflagen den Stuhl räumen. Zu seinem Nachfolger wird der ehemalige UBS-Banker und Versicherungsmann Axel Lehmann erkoren. Er war eigentlich bei der Versicherungsgruppe Helvetia (Aktie: +0,5%) als Präsident des Verwaltungsrats vorgesehen.

Weitere Vertreter des Finanzsektors rückten am Berichtstag vor, so etwa die Versicherer Swiss Re (+1,3%), Zurich (+1,1%) oder die Banken UBS (+0,9%) und Julius Bär (+1,1%). Partners Group (-0,5%) zählten wie die CS, Swisscom (-0,3%) und Logitech (-0,2%) zu den wenigen Verlierern im SLI.

Am breiten Markt kletterten die Aktien von Stadler Rail um 5,7 Prozent in die Höhe. Der Zugbauer zog einen Milliardenauftrag an Land. Auftraggeber ist ein deutsch-österreichisches Konsortium. Stadler kann bis zu 504 Fahrzeuge für städtische Verkehrsbetriebe oder den Überland-Verkehr in die beiden Länder liefern.

Gefragt waren am Montag auch noch die Titel der Industriegruppe Schlatter (+9,7%), des Pharmaunternehmens Santhera (+6,1%) oder des Baukonzerns Implenia (+4,8%). Dem standen die grossen Abgaben von Molecular Partners (-16%) oder von der One Swiss Bank (-8,8%) gegenüber.

mk/ra