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Aktien Schweiz Eröffnung: SMI setzt zu Erholung an - Richemont unter Druck

Zürich (awp) - Die Schweizer Aktienbörse setzt zum Wochenschluss zu einer Erholung an. Nach den jüngsten heftigen Verkaufswellen sei eine technische Gegenbewegung überfällig gewesen, heisst es am Markt. Dass damit auch gleich die negative Wochenbilanz noch ausgeglichen werden könne, sei aber kaum zu erwarten. Möglicherweise könnte auch der kleine Verfall an der Terminbörse Eurex dem Markt noch etwas Unterstützung geben.

Seit längerem leiden die Finanzmärkte unter Zins-, Inflations- und Konjunktursorgen. Nun könnten die Zinsängste wegen der Konjunktursorgen aber nachlassen. Die schwächer werdenden Wirtschaftsdaten könnten nämlich einen weniger aggressiven Ansatz des Fed zur Straffung der Geldpolitik fördern, sagt ein Händler. In China hat die Nationalbank bereits einen wichtigen Zins für langfristige Kredite gesenkt. Dies zeige einmal mehr die Bereitschaft der chinesischen Regierung, trotz ihrer rigorosen Covidpolitik alles zu tun, um die Wirtschaft zu retten, heisst es in einem Kommentar.

Der SMI notiert gegen 09.17 Uhr um 0,71 Prozent höher auf 11'389,65 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt 0,81 Prozent auf 1773,28 und der breite SPI 0,55 Prozent auf 14'588,09 Zähler. 26 SLI-Werte ziehen an und vier geben nach.

Die Aktien von Richemont (-9,2%) brechen ein, was auch den Anstieg des SMI etwas bremst. Der Luxusgüterhersteller hat im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22 die Coronakrise abgeschüttelt und Umsatz und Gewinn zwar deutlich gesteigert, aber die Analystenerwartungen klar verfehlt. Und auch die Sonderdividende, die zur ordentlichen Ausschüttung zusätzlich ausgerichtet werden soll, sei geringer als erhofft, heisst es am Markt.

Im Sog von Richemont fallen auch Swatch (-2,2%) deutlich zurück. Ansonsten sind die Einbussen bei den SLI-Titeln Swisscom und Zurich geringer als 0,2 Prozent.

Den stärksten Anstieg verbuchen Lonza gefolgt von ABB, Sonova, Givaudan, AMS Osram, UBS, Sika und Adecco mit Gewinnen zwischen 3 und 2 Prozent. "Eine klassische technische Gegenbewegung", meint ein Händler.

Die Marktschwergewichte Nestlé (+0,7%), Novartis (+1,2%) und Roche (+1,1%) sind ebenfalls höher bewertet. Straumann (+1,8%) legen nach Bekanntgabe der Übernahme des europäischen Start-Ups PlusDental für 135 Millionen Franken zu.

Auf den hinteren Rängen geben Valiant (-4,6% oder 4,40 Fr.) nach, was allerdings nur der heute fälligen Dividende von 5 Franken je Aktie geschuldet ist.

pre/kw