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Aktien Schweiz Schluss: Gegenbewegung nach verlustreicher Vorwoche

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt ist der Handel am Montag mit deutlich festeren Kursen geschlossen worden. "Wenn die Stimmung an der Börse so wie jetzt extrem schlecht ist, reichen schon kleine positive Nachrichten, die Kurse wieder nach oben zu treiben", kommentierte ein Marktbeobachter. US-Präsident Joe Biden erwägt, die von der Trump-Regierung gegen China verhängten Strafzölle zurückzunehmen. Ein solcher Schritt könnte sich positiv auf die zerstörten Lieferketten und damit auch deflationär auf die Preise auswirken.

Zudem habe eine von Russland ins Spiel gebrachte Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit der Ukraine den Markt gestützt, sagte ein Händler. Die Stimmung bleibt den Experten zufolge aber angespannt: "Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann Investoren die wieder etwas höheren Kurse zum weiteren Abbau von Positionen nutzen." Anleger blieben auch vorsichtig, weil in der Eurozone die Zinswende konkrete Formen annimmt. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist ein Ende der Netto-Wertpapierkäufe "sehr früh" im dritten Quartal zu erwarten. Dies würde eine erste Zinserhöhung im Juli ermöglichen, sagte sie.

Der SMI legte zum Wochenauftakt 1,39 Prozent zu auf 11'466,28 Punkte. Damit schloss er auf dem Tageshoch. Der Schweizer Leitindex hatte in der vergangenen Woche fast 3 Prozent abgegeben.

Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 1,41 Prozent auf 1785,33 und der breite SPI um 1,30 Prozent auf 14'719,65 Zähler. Von den 30 SLI-Werten schlossen 26 im Plus und vier im Minus.

Bis zum Schluss bauten die Finanztitel ihre Gewinne deutlich aus. CS, Julius Bär (je +3,3%), UBS (+3,2%) und Partners Group (+2,6%) schlossen an der Tabellenspitze der Blue Chips. Aber auch Versichererwerte wie Swiss Life (+1,9%) und Zurich (+1,8%) legten klar zu.

Finanztitel gelten als Profiteure höherer Zinsen. Vor allem im Anleihen- und Kreditgeschäft verdienen die Banken bei steigenden Marktzinsen mehr. Aber auch für Versicherer sind höhere Renditen positiv, versprechen sie doch auch höhere Zinserträge.

Mit den Aussagen von EZB-Präsidentin Lagarde rückt auch die SNB wieder in den Fokus der Investoren. Zuletzt hatte Thomas Jordan Spekulationen um die Nationalbank befeuert, als er erklärte, die SNB werde auf eine anhaltend hohe Inflation reagieren.

Deutliche Avancen verzeichneten auch die Anteilsscheine von Kühne+Nagel (+2,1%). Die britische Bank HSBC empfiehlt die Titel des Frachtkonzerns neu zum Kauf. Die Analysten bescheinigten dem Unternehmen die stärkste Eigenkapitalrendite unter den grossen europäischen Logistikern.

Gefragt waren zudem weitere Zykliker wie VAT (+2,1%) oder Adecco (+2,0%). Besondere Unterstützung erhielt der SMI zudem von den defensiven Schwergewichten Roche (+1,5%), Nestlé (+1,3%) und Novartis (+1,1%). Für Novartis hat Vontobel am Morgen das Kursziel erhöht, was stützte.

Zu den wenigen Verlierern unter den Blue Chips gehörten hingegen Logitech (-0,9%), Swisscom (-0,4%), Straumann und SGS (je -0,1%). Letztere Aktien seien für eine Abstufung der Valoren von Rivale Intertek durch Stifel in Sippenhaft genommen worden, hiess es im Handel.

In den hinteren Reihen wurden V-Zug (-7,1%) verstärkt aus den Depots entfernt, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Molecular Partners (-2,5%) waren unter Druck, nachdem Grossaktionär Federated Hermes seine Beteiligung auf unter 3 Prozent der Stimmen reduziert hat, wie aus einer Meldung an die Börse hervorging.

Dem standen Aufschläge von 2,4 Prozent bei Idorsia gegenüber. Das Biotechunternehmen hatte in einer Studie die gesteckten Ziele erreicht.

ys/tv