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Aktien New York: Starke Banken und Entspannung mit China treiben Wall Street an

NEW YORK (awp international) - Nach Zeichen der Entspannung zwischen den USA und China hat die Wall Street ihre Gewinne im Handelsverlauf ausgeweitet. Als Stütze wurde am Montag gesehen, dass die US-Regierung angesichts der hohen Inflationsrate erwägt, manche unter der Trump-Regierung eingeführten Strafzölle auf Importe aus China wieder abzuschaffen.

Anleger sähen darin eine mögliche Deeskalation des Handelskrieges zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten, kommentierte der Börsianer Pierre Veyret vom Handelshaus ActivTrades. Der Leitindex Dow Jones Industrial baute seine Gewinne im Handelsverlauf auf ein Plus von 1,7 Prozent aus und notierte bei 31 805 Punkten. In der vergangenen Woche war er noch um 2,9 Prozent gefallen. "Trotz Lockdown-Angst nach Rekord-Infektionszahlen in Peking startet die Woche mit Risikofreude", schrieb die Landesbank BayernLB.

Der marktbreite S&P 500 kletterte am Montag um 1,27 Prozent auf 3951 Zähler nach oben. Ins Plus drehte nach anfänglichen Verlusten der technologielastige Nasdaq 100 , der um 0,93 Prozent auf 11 944 Punkte zulegte.

Wie bereits auf den europäischen Handelsplätzen war der Bankensektor der Gewinner des Tages. Optimismus machte sich etwa bei dem Dow-Mitglied JPMorgan breit, dessen Papiere um gut sieben Prozent anzogen. Die Bank rechnet angesichts der steigenden Leitzinsen abseits des Handels mit Aktien und Anleihen mit einem diesjährigen Zinsüberschuss von mehr als 56 Milliarden US-Dollar - nach zuvor 53 Milliarden. Der Experte Jason Goldberg von der britischen Investmentbank Barclays kommentierte, bislang habe er "nur" mit 55 Milliarden gerechnet.

Im Kielwasser von JPMorgan verzeichneten auch andere Finanzwerte deutliche Gewinne. Citigroup und die Bank of America (Bofa) verzeichneten Gewinne von mehr als sechs Prozent. Goldman Sachs legte um 3,8 Prozent zu, während Papiere von American Express um 3,2 Prozent anzogen.

Die vor allem im Technologiesektor zuletzt schwer gedrückten Kurse locken offensichtlich aber wieder Übernahmeinteressenten an. Der Chipkonzern Broadcom erwägt laut Insidern den Kauf von VMware , einem Softwareanbieter für Cloudcomputing und die Virtualisierung von Rechenzentren. Über Gespräche beider Parteien berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Spekulation darüber trieb die VMware-Aktien 20 Prozent ins Plus, jene von Broadcom aber umgekehrt mit knapp vier Prozent ins Minus.

Das Analysehaus Bernstein Research wertete den möglichen Deal derweil als positiv für Broadcom. Unternehmenschef Hock Tan könne bereits erfolgreiche Zukäufe im Softwarebereich vorweisen, schrieb der Experte Stacy Rasgon.

Nach der katastrophalen Woche für Einzelhändler griffen nun die Schnäppchenjäger zu. Ross Stores, die am Freitag mit einer Gewinnwarnung ihre Anleger verprellten, legten um knapp zehn Prozent zu. Und auch die Papiere von Walmart erholten sich mit einem Plus von drei Prozent./jcf/la/ngu