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Aktien Schweiz: SMI knapp im Minus - Trendwende noch nicht geschafft

Zürich (awp) - Nach dem freundlichen Wochenauftakt geht es am Dienstag an den Finanzmärkten erneut abwärts. Allerdings gelingt es dem Leitindex SMI, seine Auftaktverluste klar einzudämmen. Mit etwas mehr als 60 Punkten zeigt die Handelsspanne jedoch, dass sich die Investoren eher zurückhalten. Mit Blick auf die Vortagesgewinne heisst es zudem, die Investoren hätten zuletzt wohl öfter die Sektkorken verfrüht knallen gelassen. "Die Trendwende ist an den Aktienmärkten noch lange nicht geschafft", meint denn auch ein Börsianer. Weiterhin stritten sich Bullen und Bären und kämpfe der Markt zwischen "Euphorie und dem Tal der Tränen". An einem Tag zeigten sich die Marktteilnehmer euphorisch und verdrängen die alt bekannten Belastungsfaktoren. Und kurze Zeit später sei die gute Laune plötzlich verflogen.

Dafür sorgten aktuell die Zins- und Rezessionssorgen. Der Appetit auf Aktien sei zudem durch die Gewinnwarnung von Social-Media-Gigant Snap gedämpft worden. Zur Begründung verwies Snap auf "die Bedingungen, die sich weiter und schneller als erwartet verschlechtert hätten". Das belastet einmal mehr den gesamten Tech-Sektor. Darüber hinaus müssen Marktteilnehmer die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China im Zusammenhang mit Taiwan verdauen. Generell werden die Märkte schlicht sehr volatil bleiben. Die am Morgen veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes aus dem Euroraum werden überwiegend freundlich kommentiert. Zwar habe sich die Stimmung etwas eingetrübt, bleibe aber auf einem robusten Niveau. Am Nachmittag folgen die Stimmungsdaten aus den USA.

Der SMI verliert gegen 11.00 Uhr 0,21 Prozent auf 11'442,20 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fällt um 0,36 Prozent auf 1778,90 und der breite SPI um 0,26 Prozent auf 14'682,04 Zähler. Von den 30 SLI-Werten geben 23 nach, sechs legen zu und Straumann sind unverändert.

Belastet von dem angeschlagenen Sentiment im US-Techsektor gehören denn auch hierzulande Branchenvertreter wie Temenos, AMS-Osram und Logitech. Sie verbilligen sich um bis zu 2,6 Prozent.

Erneut schwach sind auch die beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch (beide -1,6%). Am Vortag hatten bereits zahlreiche Analysten mit Kurszielsenkungen auf die enttäuscht aufgenommenen Zahlen von Richemont vom Freitag reagiert. Die Aktien hatten im Handelsverlauf am Montag dennoch eine Kehrtwende ins Plus geschafft. Dass sie aktuell wieder schwächer tendieren, dürfte einerseits am geopolitischen Säbelrasseln liegen. Mit der UBS und JPM haben sich aber auch zwei namenhafte Grossbanken zurückhaltend über die chinesischen Wachstumsaussichten geäussert.

Abwärts geht es auch für Adecco (-1,8%) und Kühne + Nagel (-1,2%). Beide hatten am Vortag noch zu den grösseren Gewinnern gezählt.

Uneinheitlich präsentiert sich derweil die Finanzbranche. Hier reicht die Kursspanne von -1,5 Prozent bei Partners Group bis +0,8 Prozent bei Julius Bär. Bereits am Vortag hatten Bankaktien von der Aussicht auf steigende Zinsen profitiert. So hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde das Tempo einer bevorstehenden Zinswende in der Eurozone zumindest verbal verschärft. Finanztitel gelten als Profiteure höherer Zinsen. Vor allem im Anleihen- und Kreditgeschäft verdienen die Banken bei steigenden Marktzinsen mehr.

Nachrichten wiederum lieferte der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (-0,4%). Die Gesundheitssparte Nestlé Health Science (NHSc) übernimmt das auf Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Lebensmittel spezialisierte brasilianische Unternehmen Puravida. Bei der ZKB wird der Zukauf zwar als klein, aber durchaus interessant bezeichnet.

Während Schwergewicht Novartis (-0,2%) ebenfalls leicht schwächer tendiert, geht es für die Genussscheine von Roche um 0,7 Prozent aufwärts. Noch stärker gewinnen die Anteilsscheine von Schindler (+1,3%) hinzu.

Im breiten Markt fallen Evolva nach einer erfolgreichen Platzierung von Aktien mit einem Plus von 2,8 Prozent auf. Dem stehen Verluste von 6,3 Prozent bei SFS gegenüber, die unter vorsichtigen UBS-Kommentaren leiden.

hr/rw