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Petrobras: Erste Verurteilung eines Schweizer Bankiers durch die BA

Bern (awp/sda) - Die Bundesanwaltschaft (BA) hat einen ehemaligen leitenden Angestellten der Tessiner PKB Privatbank wegen Geldwäscherei bestraft. Es ist die erste Verurteilung eines Schweizer Bankers durch die Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit der Petrobras-Affäre.

Durch seine "schweren Fehler, Unregelmässigkeiten und Unvorsichtigkeiten" habe das ehemalige Mitglied der Generaldirektion der in Lugano ansässigen Privatbank die Geldwäscherei von 17,5 Millionen US-Dollar ermöglicht. Die Information, die am Donnerstag vom Portal Gotham City enthüllt wurde, stammt aus einem Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 23. Mai 2022, von dem der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ebenfalls eine Kopie vorliegt.

Der ehemalige Bankmanager erhält eine Geldstrafe von 270'000 Franken, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Strafbefehl werfe ein Schlaglicht auf aus Brasilien stammendem Schwarzgeld, das im Tessin gewaschen werde, betonte das Portal.

Die Bank PKB war das erste Schweizer Finanzinstitut, gegen das im Zusammenhang mit diesem weitverzweigten Korruptionsskandal ermittelt wurde. Im Jahr 2018 hatte die Finanzmarktaufsicht Finma sie wegen schwerer Mängel in ihrem Anti-Geldwäsche-Dispositiv sanktioniert.

Die Affäre "Lava Jato" war 2014 in Brasilien aufgeflogen. Sie deckte Bestechungsgelder auf, die korrupte Beamte der halbstaatlichen Ölgesellschaft Petrobras erhalten hatten, und deckte damit illegale Finanzkreisläufe und manipulierte Verträge auf.