Newsticker

Stimmung in der Schweizer ICT-Branche kühlt sich ab

Zürich (awp) - Mit Blick auf das dritte Quartal hat sich die Stimmung in der Schweizer ICT-Branche etwas eingetrübt. Der Krieg in der Ukraine, Lieferschwierigkeiten und der Fachkräftemangel belasten die Unternehmen.

Der "Swico ICT Index" sank um rund 10 Punkte auf 114,5 Punkte, wie der Branchenverband am Mittwoch mitteilte. Rückgänge gab es in fast allen Bereichen. Am wenigsten verlor das Segment Software mit einen Minus von rund 4 Punkten auf 116 Punkte. IT Services verloren 5 Punkte und IT Technology 6 Punkte auf je rund 113 Punkte.

Mit einem Minus von 13 Punkten auf rund 115 Punkte gab es im Bereich Consulting die grösste Eintrübung. Alle diese Bereiche liegen aber immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.

Unsicherheiten nehmen zu

Die Mehrheit der befragten Unternehmen blickt daher weiterhin optimistisch in die Zukunft. Auch der Blick auf das Umsatzwachstum und den Auftragseingang stimme optimistisch, heisst es weiter.

Mit Ausnahme des Bereichs IT-Technology stünden alle Segmente der ICT-Branche mit ihren Prognosen jedoch auf der Kippe zwischen rentablem und unrentablem Wachstum. Grösste Herausforderung seien dabei Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Kriegs, Lieferverzögerungen bei Waren und Komponenten sowie damit verbundene Preissteigerungen.

Der grösste Wachstumshemmer sei jedoch der Fachkräftemangel. "Der Wirtschaftsstandort Schweiz wird nicht darum herumkommen, den eigenen Talentpool auszubauen, um die Digitalisierung voranzutreiben", liess sich Judith Bellaiche, Seco-Geschäftsführerin und Nationalrätin, zitieren.

Bei Consumer Electronics kehrt Pessimismus zurück

Einzig die Branche Consumer Electronics rutschte mit einem Minus von 8,4 Punkten auf 93,2 Punkte wieder unter die Wachstumsgrenze. Nach einer leichten Aufhellung im Vorquartal kehrte damit wieder der Pessimismus zurück. Vor allem steigende Materialkosten und die damit verbundene Erhöhung der Betriebskosten wirkten sich negativ aus.

Wieder deutlich über die Wachstumsschwelle schaffte es hingegen das langjährige Sorgenkind Imaging, Printing und Finishing. Hierzu zählen etwa Druckerhersteller und Druckdienstleister. Der Index stieg um stattliche 19 Punkte auf 108 Punkte und damit auf den zweithöchsten Wert seit Erhebungsbeginn vor mehr als zehn Jahren. Der Optimismus sei jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da das erwartete Wachstum eher unrentabel ausfallen werde, so die Mitteilung.

cg/rw