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Aktien Schweiz: SMI setzt Abwärtstrend zum Semester-Ende fort

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt geben die Kurse am Donnerstag mehrheitlich nach. Für den Leitindex SMI deutet sich damit ein Minus von gut 17 Prozent für das erste Semester an. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft. Weltweit gilt das erste Halbjahr 2022 als eines der schlechtesten seit Jahren. Die Gründe für die schwache Bilanz sind mannigfaltig. Inflations- und Zinssorgen haben ebenso dazu beigetragen wie Rezessionsängste und die weltweiten Lieferengpässe, die speziell durch den Ukraine-Krieg verstärkt wurden.

"Einerseits deutet nichts auf ein schnelles Ende der Zins- und Rezessionsängste und der von ihnen ausgelösten Risikoaversion hin, andererseits könnte der Halbjahresultimo mit dem Bilanzstichtag der Fonds die Kurse noch etwas stützen", kommentiert ein Händler. Gleichzeitig wolle kein Anleger derzeit in das berühmte fallende Messer greifen und vor dem Sommer noch grössere Positionen aufbauen. Verkaufsdruck kommt zudem von jenen Investoren, die das Handtuch werfen und sich die letzten Gewinne, die aus der Corona-Rally noch übrig sind, sichern. Langsam mache sich auch die Angst unter Investoren breit, dass immer mehr Unternehmen in dem aktuellen Umfeld ihre Prognosen kassieren müssen. Das würde dem Aktienmarkt nochmals zusetzen.

Der SMI fällt gegen 11.10 Uhr um 1,29 Prozent auf 10'672,68 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 1,46 Prozent auf 1632,00 und der breite SPI 1,35 Prozent auf 13'733,96 Zähler. Von den 30 SLI-Werten geben alle bis auf Straumann nach.

Weit oben auf den Verkaufslisten sind erneut Aktien aus der Finanzbranche zu finden. Dabei führen die CS mit -3,1 Prozent die Verlierer-Liste an. Nach dem Investorentag am Dienstag hatte es bereits am Vortag zahlreiche Kurszielsenkungen gegeben. Aktuell ziehen KeplerCheuvreux nach. Der Tenor ist überall gleich. Vor allem die nicht enden wollenden Skandale werden als Risiko gesehen. Im frühen Handel haben die Papiere denn auch ein weiteres Rekordtief bei 5,384 Franken markiert.

Die Aktien von Julius Bär, UBS und Partners Group fallen ebenfalls um mehr als 2 Prozent, während sich die Anteilsscheine von Swiss Life, Zurich und auch Swiss Re allesamt um die anderthalb Prozent verbilligen. Die UBS hat in den USA im Fall der Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit einer komplexen Anlagestrategie einem Vergleich zugestimmt und muss 25 Millionen US-Dollar zahlen.

Wie bereits am Vortag werden auch die technologienahen Wachstumswerte aus den Depots geworfen. So fallen VAT um 3 Prozent. Temenos (-1,7%), AMS Osram (-1,4%) und Logitech (-1,3%) knüpfen ebenfalls an die schwache Vortagestendenz an.

Unter verstärktem Abgabedruck stehen auch die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (-2,9%) und Richemont (-2,5%). Neben den als gemischt bewerteten Wirtschaftsdaten aus Asien lastet auf Swatch eine Kurszielsenkung durch die SocGen. In den letzten Tagen haben zahlreiche Analysten den Rotstift angesetzt.

Mit Holcim, Schindler und Adecco rutschen weitere konjunktursensible Werte. Sie alle verlieren mehr als 2 Prozent.

Dass sich der SMI aktuell etwas besser hält als Dax oder Cac-40 ist vor allem den beiden Pharmaschwergewichten Roche (-0,4%) und Novartis (-0,5%) geschuldet, die beide unterdurchschnittlich fallen. Auch Swisscom (-0,4%), Alcon (-0,2%) und Straumann (+0,2%) halten sich besser als der Markt.

In den hinteren Reihen stechen Implenia (+8,2%) hervor. Der Baukonzern hat am Morgen berichtet, mit der bisherigen Geschäftsentwicklung zufrieden zu sein.

Das Gegenstück bilden Aktien wie SFS, Bossard oder Comet. Ihre Abgaben zwischen 4 und 2,1 Prozent sind in erster Linie negativen Analystenkommentaren geschuldet. Dufry (-4,2%) geben ebenso erneut nach - die Fusionsgespräche mit Autogrill werden weiterhin skeptisch bewertet.

hr/rw